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Akt  schuldiger  Dankbarkeit,  wenn  Heinrich  die  durch  Adolfs  Tod
erledigte  Grafschaft  nicht  anderweitig  austhat,  sondern  den  damals
noch  unmündigen  hinterlassenen  Sohn  seines  langjährigen  Waffengefährten
  zum  künftigen  Inhaber  derselben  bestimmte.  Bis  er  herangewachsen
  sein  würde,  wurde  die  Vormundschaft  und  damit  die  Verwaltung
  des  Landes  seiner  Mutter  Mathilde  übergeben.)  Standen
ihr  nun  auch  der  Herzog  selbst  sowie  die  anderen  Vorkämpfer  gegen
die  Slaven,  Guncelin  von  Schwerin,  Heinrich  von  Ratzeburg  und
andere  in  der  Wahrnehmung  des  schwierigen  Amtes  treulich  zur
Seite,  so  vermißte  man  doch  die  starke,  dabei  so  sorgsame  und  milde
Hand  des  dahingeschiedenen  Grafen  bald  schmerzlich.  Namentlich
hatte  das  unter  ihm,  wenn  auch  nicht  ganz,  so  doch  meistens  ungestörte
  und  einträchtige  gemeinsame  Vorwärtsstreben  von  weltlicher
und  kirchlicher  Eroberung  und  Organisation  bald  ein  Ende,  und  in
in  der  kirchlichen  Entwickelung  dieser  Gegenden  trat  bald  eine
Stockung  ein.)

Auch  die  äußere  Lage  des  Landes  war  augenblicklich  entschieden
nicht  günstig:  der  verheerende  Einfall  der  Slaven,  dann  der  Durchzug
  und  längere  Aufenthalt  eines  so  großen  Heeres  hatten  ihm  viel
Schaden  gethan,  namentlich  an  den  Grenzen  war  das  Land  auf
weite  Strecken  hin  in  eine  völlige  Einöde  verwandelt.))  Uebermäßiger
  Regen  und  in  Folge  dessen  eintretender  Miswachs  kamen
hinzu,  die  Lage  der  Einwohner  auf  einige  Zeit  höchst  unerfreulich
zu  machen.  Namentlich  aber  hatten  die  geringen  Reste  flavischer
Bevölkerung  schwer  zu  leiden:  der  Hunger  nöthigte  sie  auszuwandern.
  Viele  gingen  nach  Dänemark  und  lieferten  sich  so  ihren  erbittertsten
  Feinden  aus:  wer  dorthin  floh,  dessen  Schicksal  war  als
Sklave  verkauft  zu  werden.)  So  war  trotz  des  plötzlichen  Abbruchs
des  Zuges  der  Erfolg  der  Unternehmung  für  die  beiden  Verbündeten
  ein  sehr  bedeutender  und  eine  ganze  Reihe  von  Jahren  dauerte

2.  Buch.  5.  Kapitel.

II,  5:  Comitism  vero  —  aseiduis  bellis,  maxime  vero  hoc

1)  Lel
tenuit  Nechtbildis  vidua  eins  oum
flio  tenello.

2)  ibid.  Et  immutata  est  sacies
terrae  huius,  eo  quod  iustitis  et  quies
ecclesiarum  sublato  bono  patrono  penitus
  inflrmata  videretur.  Ipso  enim
superstite  clero  nihil  asperum  videbatur.
  Helmold  ist  hier  freilich  sehr  panegrrisch.


3)  Helm.  II,  5  init.  Omnis  ergo
terra  Obotritorm  er  fnitimse  regiones

novissimo  bello  tota  in  solitudinem
redacta  est.

4)  ibid.  Si  quse  Slavorum  ertremae
  remanserant  reliquine,  propter
annonao  penuriam  et  agrorum  desolationes
  tanta  inedia  confecti  eunt,  ut
congregatim  ad  Pomeranos  eive  ad
Danos  copfogere  cogerentur,  quos  illi
nihil  miserantes  Polonis,  Sorabis  atdue
  Boemis  vendiderunt.