Heinrichs  völliger  Anschluß  an  d.  Politik  d.  Kaisers.  217

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es,  bis  die  Slaven  wieder  so  viel  Kräfte  gesammelt  hatten,  um  1164.
ihrem  alten  Haß  gegen  Dänemark  und  Sachsen  in  neuen  Feindseligkeiten
  Luft  machen  zu  können.

Heinrich  der  Löwe  hatte  sich  nach  der  Trennung  von  König
Waldemar  zunächst  nach  Braunschweig  begeben  und  dort  die  glänzende
  Gesandtschaft  des  griechischen  Kaisers  empfangen,  deren  Ankunft
  man  ihm  nach  Demmin  gemeldet  hatte.)  Welchen  Zweck
diese  Gesandtschaft  verfolgt,  ob  sie  irgend  einen  politischen  Auftrag
gehabt  oder  nur  eine  Ehrenbezeugung  für  den  gewaltigen  Herzog
sein  sollte,  wissen  wir  nicht.  Wohl  noch  auf  dem  Wege  nach  Braunschweig
  ertheilte  Heinrich  am  12.  Juli  zu  Verden  dem  Lübecker  Stift  i2.  Aull.
eine  Anzahl  neuer  Zehnten.)

Bald  aber  wartete  des  Herzogs,  der  eben  erst  an  der  äußersten
Ostgrenze  seines  großen  Gebietes  siegreich  gekämpft  hatte,  im  Westen
desselben  neue  kriegerische  Thätigkeit,  und  zwar  diesmal  gegen  einen
innern  Feind.  Unter  den  Großen  Westfalens  war  das  Geschlecht
der  Grafen  von  Arnsberg  eines  der  mächtigsten.  Heinrich  I.,  der
damalige  Inhaber  der  Grafschaft,  stand  sowohl  beim  Kaiser  wie  bei
Herzog  Heinrich  in  hohem  Ansehen,  —  mit  letzterem  war  er  sogar
verwandtschaftlich  verbunden  —  und  verkehrte  vielfach  an  beider
Hoflager.  Aber  er  war  nicht  bloß  durch  seine  Macht  bekannt,  sondern
  weit  und  breit  verrufen  wegen  seines  wilden,  zügellosen,  stets
zu  roher  Gewaltthat  bereiten  Wesens.  Schon  früher  hatte  er  sich
mit  Volkwin  von  Schwalenberg  in  grausam  zügelloser  Weise  befehdet;
  jetzt  zog  er  sich  durch  eine  kecke  Frevelthat  des  Herzogs  und
der  mächtigsten  Fürsten  schweren  Zorn  zu.  Um  die  bedeutenden
Besitzungen  seiner  Familie,  welche  er  bisher  mit  zwei  Brüdern  getheilt
  hatte,  in  seinen  ausschließlichen  Besitz  zu  bekommen,  ließ  er
nach  dem  Tode  seines  jüngeren  Bruders  Friedrich  den  allein  noch
übrigen  jüngsten,  Namens  Heinrich,  einkerkern  und  im  Gefängniß
umkommen.  Auf  das  Bekanntwerden  dieser  Schandthat  vereinigten
sich  der  Erzbischof  Reinald  von  Cöln,  die  Bischöfe  von  Paderborn,
Minden  und  Münster,  um  den  Verbrecher  zu  züchtigen;  Heinrich
der  Löwe  schloß  sich  ihrem  Bunde  an.  Mit  gewaffneter  Hand  rückten
  sie  vor  seine  Burg  und  belagerten  sie:  nach  tapferer  Gegenwehr

1)  Helm.  I.  o.:  In  diebus  illis  dum  dux  egressus  est  Slaviam,  omisso
venit  nuncius  in  terram  Slavorum,  exereitu  et  Prosperis  expeditionis  expedui
  diceret  duci:  Ecce,  legatus  regis  ditus  succeseibus.

Gracciae  cum  multo  comitatu  venit
Brunswich  loqui  tibi.  Ad  hunc  audien-