222  2.  Buch.  5.  Kapitel.

0.  sollten  das  zwischen  dem  Kaiser  und  Heinrich  II.  gegen  Alexander  III.
geschlossene  Bündniß  besiegeln:  dem  entsprechend  verpflichtete  sich  der
König  von  England,  zu  dem  für  Pfingsten  ausgeschriebenen  Reichstage
  Gesandte  nach  Würzburg  zu  schicken,  welche  den  Bund  in  seinem
  Namen  beschwören  und  für  ihn  des  Kaisers  Eide  in  Empfang
nehmen  sollten.

So  kam  Herzog  Heinrich,  nachdem  er  sich  zwei  Jahre  zuvor

aus  rein  politischen  Gründen  von  seiner  Zäringischen  Gemahlin
hatte  scheiden  lassen,  durch  seine  neue  Verlobung,  die  zunächst  ein
ganz  im  Interesse  des  Kaisers  vorgenommener  politischer  Akt  war,
zu  dem  mächtigen  England  in  sehr  nahe  Beziehungen.  Das  damals
angeknüpfte  Band  sollte  bald  noch  fester  gezogen  und  für  den  Herzog
  von  größter  Wichtigkeit,  später  geradezu  verhängnißvoll  werden.
Denn  während  des  Verlöbnisses  zwischen  Heinrichs  II.  jüngerer
Tochter  und  dem  Sohne  des  Keisers  seit  der  später  erfolgten  unerwarteten
  Ausföhnung  des  ersteren  mit  Alexander  III.  niemals  weiter
gedacht  wurde,  so  führte,  wie  wir  sehen  werden,  das  zwischen  Herzog
Heinrich  und  Mathilde  abgeschlossene  wirklich  zu  einer  glücklichen  Ehe.
Den  letzten  und  kühnsten  Schachzug  gegen  Alexander  III.  aus-1.

  Jun.  zuführen,  hatte  der  Kaiser  auf  den  1.  Juni  1165  einen  Reichstag
nach  Würzburg  berufen.  Dort  war  es,  wo  Reinald  von  Dassel
mit  dem  kühnen,  ein  Rückwärtsgehen  eigentlich  ganz  unmöglich  machenden
  Vorschlag  hervortrat,  der  Kaiser  sowie  alle  geistlichen  und  weltlichen
  Fürsten  sollten  sich  eidlich  verpflichten,  daß  sie  Alexander  III.
niemals  und  unter  keiner  Bedingung  anerkennen  wollten,  ja,  auf
alle  etwa  in  Zukunft  von  Alexanders  Partei  gewählten  Päpste  wurde
dieser  Schwur  ausgedehnt.  Die  Fürsten  sollten  dann  den  gleichen
Eid  von  ihren  Unterthanen  leisten  lassen  —  kurz,  Reinalds  Plan
ging  auf  nichts  Geringeres,  als  Alexander  III.  vom  ganzen  Reiche
feierlichst  abschwören  zu  lassen,  das  Papstthum  für  alle  Zukunft  ganz
vom  Kaiser  abhängig,  fast  möchte  man  sagen,  zu  einer  Art  kaiserlichen
  Hofamtes  zu  machen.  Es  war  dies  eine  so  extreme  Maßregel,
  daß  sie  allgemeines  Erstaunen  und  die  gewichtigsten  Bedenken
dagegen  erregte,  ja,  ihr  Urheber  selbst  einen  Augenblick  zu  schwanken
schien,  ob  er  sie  wirklich  ausführen  sollte  oder  nicht.  Dennoch  setzte

itaque  sacramentis  et  datis,  rex  postes  intor  cos  convenerunt,  aceiperent.
misit  suos  legatos  in  Alemanniam,  qui  Bgl.  Ep.  Henrici  regis  ad  Carab
  imperatore  et  satrapis  suis  eadem  dinalium  coetum  ap.  Rouquet,
sacramenta  de  conventionibus,  due  Récueil  XV,  p.  646.