Heinrichs  völliger  Anschluß  an  d.  Politik  d.  Kaisers.  225
in  seiner  Gegenwart  urkundlich  vollzogene  Unterordnung  des  an  der  1168.
Bode  gelegenen  Klosters  Nienburg  unter  das  Magdeburger  Erzstift.)
Von  Nürnberg  aus  begab  sich  Heinrich  der  Löwe  mit  dem  Kaiser
nach  Ulm,  wo  am  8.  März  in  seiner  Gegenwart  die  in  Nürnberg  s.  März.
begonnenen  Verhandlungen  über  die  Abtei  Nienburg  zum  Abschluß
kamen,  indem  Erzbischof  Wichmann  von  Magdeburg  dieselbe  sammt
dem  Schloß  Freckleben  erhielt  und  dafür  die  ihm  zugehörige  Schonenburg
  und  die  Villa  Oberwesel  am  Rhein  an  das  Reich  abtrat.)
Wichtiger  war,  daß  dort  der  mehrjährige  Zwist  zwischen  dem  jüngeren
Welf  und  dem  Pfalzgrafen  Hugo  von  Tübingen,  der  unmittelbar
nach  der  im  Jahre  zuvor  erfolgten  Friedensstiftung  des  Kaisers  mit
erneuter  Wuth  wieder  ausgebrochen  war,  in  nachdrücklicherer  und
diesmal  erfolgreicherer  Weise  beigelegt  wurde.  Hugo  mußte  sich  auf
Gnade  und  Ungnade  ergeben  und  wurde  von  seinem  siegreichen
Gegner  lange  Zeit  in  strenger  Haft  gehalten.

Schon  am  29.  März  hielt  der  Kaiser  zu  Laufen  bei  Salzburg  #.  Mär
einen  neuen  Reichstag  in  der  Angelegenheit  des  Erzbischofs  Conrad.
Aber  auch  diesmal  blieben  alle  Vermittelungsversuche  der  Fürsten,
alle  ihre  Bemühungen,  den  unbeugsamen  Sinn  des  Kirchenfürsten
zur  Nachgiebigkeit  zu  bewegen,  vergeblich:  selbst  der  dringende  Zuspruch
  seines  Bruders,  des  Herzogs  Heinrich  von  Oesterreich,  vermochte
  nicht,  ihn  von  dem  einmal  gefaßten  Beschluß  abzubringen.
Den  einschneidenden  Würzburger  Beschlüssen  treu  zu  bleiben,  mußte
Friedrich  nun  ganz  rücksichtslos  gegen  den  Erzbischof  vorgehen.  Ueber
ihn,  seine  Anhänger  und  alle,  die  sich  ihm  etwa  noch  anschließen
würden,  wurde  die  Reichsacht  verhängt:  sie  wurde  auch  auf  die
Salzburger  Kirche  und  alle  ihr  untergeordneten  Klöster  ausgedehnt;
alle  die  reichen  ihr  übertragenen  Lehen  wurden  zurückgenommen  und
an  Weltliche  gegeben.)  Dieser  strenge  Spruch  des  Kaisers,  der  das
ganze  Erzbisthum  der  Willkür  aller  seiner  Gegner  in  die  Hände
lieferte,  gab  das  Signal  zu  einer  furchtbaren  Verwüstung  desselben.

—,  tandem  —  —  sine  gratie  impers-  luntatem  imperatoris,  imperator  statim
toris  recessit.  qunsi  ex  iusta  sententia  et  iudicio
1)  Reg.  100.  Principum  inbenefleinvit  laieis  omnes
2)  Reg.  bossessiones  einsdem  ecelesiae.  Pro-3)
  38  Miene  rep.  p.  473:  seripeit  etiam  et  persecutioni  exposuit

Imperator  rursum  celebravit  curiam
apud  Laufen  in  partibus  Bawarige
4.  Kal.  Aprilis  —.  Cumque  iterum
archiepiscopbus  —  —  nullo  modo  possct
  inclinari  —  —  ad  partem  et  vo-Prug,

  Heinrich  der  Loͤwe.

omnia  cenobia,  qdunc  erant  in  eodem
episcopatu,  vel  quae  iure  fundi  eo
pertinebant,  simul  cum  prelatis  et
omnibus  possessionibus  suis  —  —.

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