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228  2.  Buch.  6.  Kapitel.

Diese  immer  weiter  um  sich  greifende  Gährung,  welche  in
Sachsen  gegen  ihn  rege  war,  konnte  dem  Herzog  selbst  nicht  entgangen
  sein:  jetzt,  wo  der  Kaiser  im  Begriff  stand,  Deutschland  auf
längere  Zeit  zu  verlassen,  mußte  er  eines  Ausbruchs  gewärtig  sein.
Nach  Sachsen  zurückgekehrt  traf  daher  Heinrich  schnell  und  mit  Besrimmtheit
  alle  zur  Abwehr  des  drohenden  Angriffs  nöthigen  Maßregeln..)
  Jetzt,  wo  er  sich  gegen  mächtige  Feinde  im  eigenen  Lande
zu  vertheidigen  hatte,  wo  von  Westen  her  ein  nachdrücklicher  Angriff
gegen  ihn  bevorstand,  mußte  der  Herzog  vor  allem  bemüht  sein,  sich
nach  Osten  hin  freie  Hand  zu  schaffen.  Denn  wenn  seine  einheimischen
  Gegner  sich  mit  den  Slaven  verbanden  und  ihn  so  in  die
Mitte  nahmen,  so  konnte  die  Lage  des  Kampfes  für  ihn  eine  sehr
bedenkliche  werden.  Dem  vorzubeugen,  machte  er  lieber  den  Slaven
ein  Zugeständniß,  um  während  des  bevorstehenden  Kampfes  in
Sachsen  von  ihnen  in  keiner  Weise  beunruhigt  zu  werden.  So  kam
es,  daß  Pribislav,  des  Niclot  Sohn,  gegen  den  die  letzte  Unternehmung
  Heinrichs  und  Waldemars  besonders  gerichtet  gewesen  war,
den  man  seines  ganzen  Erbes  beraubt  und  zu  einem  heimathlosen
Flüchtling  gemacht  hatte,  jetzt  von  dem  Herzog  wieder  zu  Gnaden
angenommen  und  in  sein  früheres  Besitzthum  eingesetzt  wurde:  er
erhielt  sein  ganzes  väterliches  Erbe  zurück,  mit  Ausnahme  der  Stadt
Schwerin  und  der  dazu  gehörigen  Ländereien,  welche  in  der  Hand
des  tapfern  Guncelin  blieben.)  Durch  viesen  unerwarteten  Akt  der

Gnade  hatte  Herzog  Heinrich  den  unruhigen  Fürsten  an  sich  gefesselt,

  in  ihm  einen  Anhänger  gewonnen,  während  er  ihn  mit  seinen
Landsleuten  sonst  sicher  als  einen  gefährlichen  Bundesgenossen  seiner
einheimischen  Feinde  zu  bekämpfen  gehabt  hätte.  Eine  andere,  die

1)  Sebt  berrichnend  sin  des  Helm.
Worte  d  quin  gloria

parit  —n  l  auis  nil  durabile
in  rebus  humanis,  tantam  viri  gloriam

conspiratio  processit  in  publicum  et
facta  est  coniuratio  valida  omnium

2)  Heln.  II,  7:  Communicato

relati  sunt  omnes  Principes  Saxzonine.
Ille  enim  immensis  divitiis  locuples,
elarus  victoriis  et  propter  geminum
Bavariae  et  Saxoniae  principatum  sublimis
  in  gloria  sua  omnibus  Saxoniae
  tam  principibus  quam
nobilibus  importabilis  visus  est.  Sed
manus  principum  formido  Cacsaris
  continuit,  ne  concepta  molimina
transferrent  in  effectum.  Postquam
autem  Caesar  quartam  profectionem
Paravit  in  Italiam  et  opportunitatem
tempus  adduzit,  statim  inveterata

quoque  fldelium  suorum  consilio,  Pribizlavrum
  principem  Slarokum  —  —
admisit  in  gratiam  et  reddidit  ei  omnem
  hereditatem  patris  sui,  terram
scilicet  Obotritorum  praeter  Suerin
et  attinentia  eius.  Et  fecit  Pribizlavus
  duci  et  amicis  eius  scouritatem
fidelitatis,  nulla  deinceps  bellorum
tempestate  corrumpendam,  stare  seilicet
  ad  mandatum  ipsius  et  obserrar
oeulos  amioorum  eius  abaque  omni
offensione.