Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  229

holsteinsche  Grafschaft  betreffende  Maßregel  des  Herzogs  wurde  1166.

ebenfalls  durch  die  drohende  Kriegsgefahr  veranlaßt.  Nach  dem
Tode  des  Grafen  Adolf  von  Schauenburg  hatte  Heinrich,  wie  wir
sahen,  der  Wittwe  desselben,  Mathilde,  die  Vormundschaft  über  ihren
Sohn  und  die  Verwaltung  des  Landes  überlassen;  angesichts  des
drohenden  Kampfes  aber  glaubte  er  denn  doch,  die  Zügel  einer  stärkeren
  Hand  übergeben  zu  müssen  und  ernannte  daher  den  Oheim
des  jungen  Grafen,  Heinrich,  einen  edlen,  vermuthlich  dem  Geschlechte
von  Kefernburg  angehörigen  Thüringer,  zum  Vormund  und  übergab
ihm,  einem  durch  seine  kriegerische  Tüchtigkeit  bekannten  Manne,  namentlich
  die  Sorge  für  die  Vertheidigung  des  Landes.)  Außerdem
ließ  der  Herzog  durch  sein  ganzes  Gebiet  die  Burgen  stärker  befestigen
  und  legte  größere  Besatzungen  hinein.  Auch  seine  Hauptstadt
Braunschweig  wurde  gegen  einen  etwaigen  Angriff  durch  neue  Festungswerke
  gedeckt..)  Vermuthlich  in  diese  Zeit  gehört  auch  die
Aufstellung  des  ehernen  Löwen,  der  noch  heute  auf  dem  Burgplatze
zu  Braunschweig  zu  sehen  ist:  hatte  derselbe  ursprünglich  keine  andere
  Bedeutung,  als  daß  er  die  in  den  Händen  des  Herzogs  liegende
höchste  Gerichtsbarkeit  andeuten  sollte,  so  fand  er  doch  bald  eine
andere,  nahe  liegende  Ausdeutung,  die  nämlich,  daß  er  ein  Sinnbild
  des  löwenmuthigen  Trotzes  des  Welfen  und  eine  kühne  Drohung
gegen  die  nahenden  Feinde  sein  sollte.)

Zu  Anfang  des  November  1166  verließ  der  Kaiser  an  der
Spitze  eines  großen  Heeres  von  Neuem  Deutschland,  um  in  Italien
mit  gewaffneter  Hand  seine  Rechte  zur  Geltung  zu  bringen.  Nun
hatten  die  Feinde  des  Sachsenherzogs  freie  Hand.  Unmittelbar  nach
dem  Aufbruche  Friedrichs  gab  ein  zwischen  Heinrich  unr  seinem  alten
  Gegner,  dem  Markgrafen  Albrecht  dem  Bären,  aus  unbekannten
Ursachen  ausbrechender  Streit“)  das  Signal  zu  der  allgemeinen  Erhebung.
  Mit  dem  Markgrafen  machte  sofort  einer  der  erbittertsten
und  mächtigsten  Gegner  des  Sachsenherzogs  gemeinsame  Sache,  der

1)  ibid.  Propter  consurgentes  —  Helm.  II,  7:  Videns  ergo  dux,
autem  bellorum  motus  posuit  dur  quia  consurgunt  undique  bella,  coepit
7ixnm–;9  tutorem.  qui  pracesset  armis,  communire  civitates  et  castra  et  poenricum

  comitem,  Thuringin  natum,  nerc  custodias  wilitum  in  locis  opavuneulum

  pucri,  virum  —  totum  ar-  portunis.
mis  deditum.  Vgl.  v.  Heinemann,  8  idid.  Bgl.  v.  Ieinemann,  A.
Albr.  d.  B.  p.  401,  n.  55,  d.  B.  p.  401.

2)  Ann.  Stadens.  345:  H.  4  Ann.  Palid.  p.  93:  Dissensio

dux  super  basem  leonis  enlgiom  erexit  exorta  est  inter  Heinricum  ducem  et
et  urbem  fossa  et  vallo  eircumdedit.  Adelbertum  marchionem.

Nov.