1166.

20.  Dec.

230  2.  Buch.  6.  Kapitel.

Erzbischof  Wichmann  von  Magdeburg.  Mit  ihnen  vereinigte  sich
dann  auch  Landgraf  Ludwig  von  Thüringen,  und  mit  starker  Macht,
unterstützt  von  vielen  sächsischen  Großen,  erschienen  viese  Fürsten
am  20.  December  vor  Haldensleben,)  einer  sehr  starken  und  durch
ihre  Lage  hart  am  magdeburgischen  Gebiet  für  Wichmann  sehr  lästigen
  und  gefährlichen  Burg  des  Herzogs.))  Trotz  der  zahlreichen
Sturmmaschinen  aber,  mit  denen  sie  die  festen  Mauern  zu  erschüttern
  suchten,  kamen  sie  nicht  in  den  Besitz  des  wichtigen  Platzes.
Ihn  zu  entsetzen  kam  Herzog  Heinrich  mit  seinem  Heere  von  Braunschweig
  herangeeilt:  schwer  nahm  er  an  dem  schutzlosen-Lande  für
die  Feindseligkeiten  seiner  Widersacher  Rache,  sengend  und  brennend
zog  er  bis  unter  die  Mauern  von  Magdeburg.)  Als  er  sich  dann
gegen  die  vor  Haldensleben  liegenden  Fürsten  wandte,  um  die  Burg
zu  entsetzen,  hatten  seine  Gegner  voch  nicht  recht  den  Muth,  es  in
offener  Feldschlacht  mit  ihm  aufzunehmen.  Auch  war  namentlich
der  Klerus  doch  noch  nicht  so  ganz  zu  einem  äußersten  Kampfe  mit
dem  gewaltigen  Herzog  entschlossen.  Angesichts  des  drohenden  blutigen
  Zusammenstoßes  unternahmen  jetzt  einige  Bischöfe  und  Aebte
den  Versuch,  einen  Vergleich  zu  Stande  zu  bringen.  Es  gelang
ihnen:  es  wurde  ein  Waffenstillstand  geschlossen,  dem  zu  Folge  die
gegenseitigen  Klagen  auf  einem  bald  nach  Ostern  zu  haltenden  Tage
vorgebracht  und  ausgeglichen,  die  Burg  Haldensleben  aber  bis  zu
diesem  Termin  dem  Erzbischof  von  Magdeburg  überantwortet  werden
  sollte.)

Es  mußte  dem  Herzoge  sehr  gelegen  kommen,  des  Kampfes  in
diesem  Theile  von  Sachsen  für  den  Augenblick  wenigstens  überhoben
zu  sein,  denn  auch  in  dem  nordwestlichen  Theile  seines  weiten  Gebietes
  hatte  das  Beispiel  der  Fürsten,  welche  Haldensleben  angriffen,

1)  Ann.  Palid.  l.  e.  Wichmanvit

  dux  exeroitum  grandem  et  intranus
  Magdaburgensis  archiepiscopus  Et

vit  orientalem  Saxoniam.  —  —

cooperante  marchione  castrum  ducis
Haldesleve  in  vigilia  Si  Thome
obsedit  ct  eireumiacens  provincia  non
Parum  ab  erereitu  gravatur.  —  Helm.
II,  7:  Tunc  principes,  qui  erant  in
orientali  Saronia,  cum  Thuringorum
Prineipe  Ludovico  obsederunt  munitionem
  ducis,  qune  vocatur  Aldeslef,
et  feoerunt  contra  eam  machinas
multas

)Ann.  Pegav.  p.  260:  Castrum
detestandum  Haldisleibon.

3)  Helm.  II,  3:  Tunc  congregafecit

  plagam  magnam  in  terra  hostili
et  vastavit  eam  incendiis  et  depracdationibus
  et  Dervagatus  est  terram  usduc
  ad  muros  Magdeburg.

Ann.  Palid.  p.  93:  H.  dux
soluturus  obsidionem  oum  erereitu
Haldesleve  tendit.  Sed  intervenien--tibus
  religiosis  viris  episcopis  et  abbatibus,
  pPace  facta  utrobique  discessum
  est,  datis  fldeiussoribus  quatinus
ꝑroximo  placito,  quod  post  pascha
futurum  erat,  castrum  episoopo  resi-Fnaretur.
  Ugl.  Helm.  I.  c.  Et  vide-