Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  231
Nachahmung  gefunden,  und  es  zeigte  sich  schon  jetzt,  eine  wie  große
Ausdehnung  der  Bund  gegen  den  Herzog  gewonnen  hatte.  Nicht
bloß  der  Pfalzgraf  von  Sommerschenburg,  sondern  auch  viele  andere
Edle  hatten  sich  den  gegen  Herzog  Heinrich  verbündeten  Fürsten  angeschlossen,
  so  namentlich  Otto  von  Asle,  Widukind  von  Schwalenberg
  und  der  eben  in  dieser  Zeit  mit  dem  Grafentitel  auftretende
Graf  Christian  von  Oldenburg.)  Der  letztere  hatte  die  Zeit,  wo
sein  mächtiger  Gegner  mit  dem  Entsatz  von  Haldensleben  beschäftigt
war,  zu  einem  kühnen  und  erfolgreichen  Streifzug  in  dem  Rücken
desselben  benutzt.  Nach  Ueberwältigung  der  herzoglichen  Burg
Weyhe  im  Hoyaschen  Gebiet  hatte  er  sich  an  der  Spitze  friesischer
Schaaren  virekt  gegen  das  wichtige  Bremen  gewendet.  Die  Einwohner
  der  Stadt,  der  strengen  Herrschaft  des  Herzogs  müde,  im
Geheimen  auch  wohl  aufgereizt  von  Erzbischof  Hartwig,  der,  obgleich
er  sich  wohl  hütete,  sich  schon  jetzt  offen  für  eine  der  beiden  Parteien
auszusprechen,  voch  schon  eine  sehr  zweideutige,  den  Interessen  des
Herzogs  keineswegs  günstige  Stellung  einnahm,  öffneten  ihm  und
den  Seinen  bereitwillig  die  Thore.)  Damit  noch  nicht  zufrieden,
ließ  sich  Christian  von  ihnen  sogar  den  Eid  der  Treue  leisten.)  Auf
die  Nachricht  von  viesen  Vorfällen  eilte  Herzog  Heinrich,  sobald  der
Waffenstillstand  vor  Haldensleben  abgeschlossen  war,  nach  Bremen.
Oestlich  von  der  Stadt  aber,  am  Gethebach,  stellte  sich  Christian  von
Oldenburg  mit  bedeutender  Macht  ihm  entgegen,  um  ihn  am  Uebergange
  zu  hindern.  Vier  Tage  lang  standen  sie  einander  unthätig
gegenüber,  am  fünften  stellte  der  Graf  seine  den  herzoglichen  bedeutend
  überlegenen  Schaaren  in  vierfacher  Gliederung,  in  Schlachtordnung
  auf  und  wollte  den  Angriff  eröffnen.  Dies  bestimmte  Heinrich,
der  ihm.  augenblicklich  nicht  gewachsen  war,  zurückzugehen.)  Bald
aber  erschien  er,  nachdem  er  die  nöthigen  Verstärkungen  an  sich  gezogen

  hatte,  wieder  vor  Bremen.

Graf  Christian,  der  ihm  nun  im

offenen  Felde  nicht  mehr  Stand  halten  konnte,  zog  sich  in  seine

runt  quia  venit  cum  manu  forti  et
timucrunt  2*  illi.

1)  Helm  7.  zählt  die  haupt-Kchtichen
  williebe  ires  Fürstenbunn

  Meim.  II,  7:  Porro  Christianus
comes  de  Amerland  collcota  Fresonum
manu  occuparit  Bremam  et  omnes
fines  eins  et  feoit  motum  magnum  in
oceidentali  regione.  Vgl.  Ann.  Stadens.
  p.  346,  die  einen  ausführlichern

Bericht  geben.

37/  Uelm.  II.  8:  —  eo,  quod  (sc.
eives)  peccassent  adversus  ducem  et
iurassent  Christiano  —  —

4)  Ann.  Stadens.  p.  346:  Sed
Christianus  vade  occupane  fluminis
Gere  duci  transitum  probibuit  virtuose.
  GQGuinta  dio  Christianus  quatuor
  instauravit  acies  pugnaturus.  Dux.
terga  vertit  et  abtit.

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