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232  2.  Buch.  6.  Kapitel.

feste  Burg  Oldenburg  zurück.)  Heinrich  bemächtigte  sich  uun  ohne
Widerstand  zu  finden  Bremens  und  ließ  es  seine  Treulosigkeit  durch
Plünderung  büßen.  Die  Mehrzahl  der  Bürger  floh  in  die  benachbarten
  Moorstrecken,  um  dem  über  sie  verhängten  Strafgerichte  zu
entgehen.  Doch  gelang  es  dem  Erzbischof  nach  einiger  Zeit,  vurch
die  Erlegung  von  tausend  Mark  Silber  den  Herzog  zur  Rücknahme
der  über  die  Stadt  ausgesprochenen  Acht  zu  bewegen.)  Den  Grafen
  Christian  für  seine  Empörung  zu  strafen,  zog  Heinrich  dann  vor
Oldenburg;  aber  schon  in  den  ersten  Tagen  der  Belagerung  starb
der  Graf;  doch  leisteten  die  Friesen  noch  längere  Zeit  tapfern  Widerstand,
  bis  schließlich  zwischen  ihnen  und  den  Bürgern  Streitigkeiten
  ausbrachen,  in  Folge  deren  die  Stadt  in  die  Hände  des  Herzogs
  fiel.)

Nachdem  Heinrich  so  die  drohende  Gefahr,  daß  sich  der  Aufstand
  des  eigentlichen  Niedersachsens  bemächtigte,  glücklich  abgewandt
und  damit  seine  Stellung  wesentlich  gesichert  hatte,  dachte  er
auch  nicht  mehr  daran,  die  Versprechungen,  die  er  den  vor  Haldensleben
  ihm  entgegentretenden  Fürsten  gemacht  hatte,  zu  halten,  und
es  gewann  durchaus  den  Anschein,  als  habe  er  sich  zu  den  ihm
nachtheiligen  Bevingungen  jenes  Waffenstillstandes  nur  verstanden,
  um  durch  diese  scheinbare  Nachgiebigkeit  Zeit  zu  gewinnen.

Vergeblich  hatten  die  Fürsten  bisher  darauf  gewartet,  daß  der
Herzog  die  Bedingungen  des  zu  Haldensleben  geschlossenen  Vertrages
erfüllte  und  ihnen  Haldensleben  selbst  übergäbe.  Als  auf  ihr  immer
erneuertes  Drängen  dies  aber  doch  nicht  geschah,)  es  im  Gegentheil
unzweifelhaft  wurde,  daß  der  Herzog  den  Vertrag  absichtlich  breche,
so  mußte  ihr  schon  leidenschaftlicher  Haß  gegen  den  Uebermächtigen
nur  noch  mehr  gesteigert  und  zur  lodernden  Flamme  angefacht  werden.
  Jetzt,  wo  er  sich  der  im  Westen  drohenden  Gefahr  glücklich

1)  ibid.  Postea  cum  magno  ezercitu
  revertitur,  et  Christianus  se  recepit
  in  Aldenburg  nihil  timens.

2)  Helm.  II,  8:  Et  irrupit  dux
Bremem  et  depraedatus  est  cam.  Et
transfugerunt  eins  cives  in  paludes,  eo
quod  peccassent  advorsus  ducem  et
iurassent  Christieno,  et  posuit  eos  dux
in  Proscriptionem,  duousque  interventu
episcopi  mille  et  eo  amplius  marcis
argenti  bLuren.  adepti  sunt.

3)  Ann.  Stadens.  I.  c.  TPostea
Aldenburgenses  bello  se  fodiunt  intestino,

  ita,  ut  sacerdote  missem  oelebrante
  Frisones  calicem  domini  effunderent
  et  delerrent.  Unde  eadem  urba
in  manus  Heinrioi  ducis  data  est,
eamque  obtinuit,  usque  dum  ab  impe--ratore
  humiliaretur.

4)  Ann.  Palid.  p.  93:  —  pace
lacta  utrobique  discessum  est,  datis
fdeiussoribus  quatinus  prorimo  placito,
duod  post  pascha  futurum  erat,
castrum  episcopo  resignaretur.  Quo
minime  persoluto  —