Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  233

entledigt  hatte,  mußten  die  Fürsten  fürchten,  daß  Heinrich  sich  nun
mit  aller  Macht  auf  sie  stürzen  werde.  Der  Treulofigkeit  des  Sachsenherzogs
  gegenüber  war  es  ganz  natürlich,  daß  seine  Gegner  sich
nun  noch  viel  enger  und  entschiedener  aneinander  anschlossen,  daß
sie  das  ursprünglich  verfolgte  Ziel  nun  auch  viel  weiter  hinausrückten.
  Der  bisher  nur  durch  den  allen  gemeinsamen  Haß  gegen
Heinrich  zusammengehaltene  Fürstenverein  wurde  jetzt  durch  einen
förmlichen,  scharf  gegen  den  Herzog  gerichteten  Bund  erneuert  und
befestigt.  Offener  als  bisher  trat  jetzt  auch  der  Mann  hervor,  den
Heinrich  als  seinen  gefährlichsten  Gegner  erachten  mußte,  der  durch
seinen  gewaltigen  Einfluß  auf  alle  Verhältnisse  des  Reichs  doppelt
zu  fürchtende  Erzbischof  Reinald  von  Cöln.  Scheinbar  ganz  mit
den  italienischen  Angelegenheiten,  deren  Leitung  Friedrich  mit  Vorliebe
  seiner  festen  und  gewandten  Hand  anvertraute,  beschäftigt,  hatte
Reinald  dennoch  keinen  Augenblick  die  Entwickelung  der  Dinge  in
Deutschland  aus  dem  Gesicht  verloren.  Ohne  sich  ausdrücklich  an
dem  gegen  Heinrich  in  der  Bildung  begriffenen  Fürstenbunde  zu  betheiligen,
  war  er  doch  eine  der  wesentlichsten  und  wirksamsten  Triebfedern
  dabei  gewesen.)  In  seiner  Stellung  als  einer  der  mächtigsten
Reichsfürsten  sah  auch  er  sich  durch  die  täglich  wachsende  Uebermacht
des  Herzogs  von  Sachsen  bedroht.  Geschickt  hatte  er  den  im  Geheimen
  glimmenden  Brand  zu  schüren,  sich  selbst  als  das  eigentliche
Oberhaupt  der  ganzen  Verbindung  hinzustellen  gewußt.  Jetzt,  wo
sich  durch  des  Herzogs  Vertragsbruch  die  Gegensätze  noch  viel  deutlicher
  und  schärfer  gegeneinander  stellten,  jetzt  trat  auch  er  offener
als  bisher  den  Gegnern  Heinrichs  bei.  Die  im  Geheimen  wohl
schon  früher  gepflogenen  Unterhandlungen  und  zwischen  den  Einzelnen
  getroffenen  Verabredungen  erhielten  ihren  eigentlichen  Abschluß
durch  das  in  einer  am  12.  Juli  1167  zu  Magdeburg  gehaltenen
Zusammenkunft  abgeschlossene  Schutz=  und  Trutzbündniß  zwischen  den
Geistlichen  und  Bürgern  von  Magdeburg  und  denen  von  Cöln.
Die  beiden  gewaltigsten  unter  den  Heinrich  gegenüberstehenden  Fürsten
und  die  größten  der  beiden  gegen  ihn  im  Kampfe  befindlichen  Ge-1)

  Helm.  II,  7:  Super  hos  om-  d.  B.  p.  478:  —  quod  dominus  Reynos

  pruepotens  me  Reinoldus  Coloniensis
  archiepiscopus  et  ocancellarius
imperii,  insidiatus  est  duci,  facie
quidem  absens  et  in  Italia  positus,
sed  totus  coneilio  expugnationi  ducis
intentus.  —  Bgl.  die  gleich  zu  zwäfnende
  Urk.  bei  v.  Heinemann,  A

noldus,  nostre  eivitatis  archiepiscopus,
edus  amicicie,  quod  litteris
et  legatione  promisit  domino
Wychmanno  et  prineipibus,
qui  ei  confederati  sunt,  obser
  vet  —  —  ete.

1185.
12.  Jul.