Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  235

Schutz=  und  Trutzbündniß,  das  dort  zu  Magdeburg  gegen  den  gewaltigen
  Herzog  geschlossen  und  von  allen  Seiten  mit  den  feierlichsten
Eidschwüren  bekräftigt  wurde.  So  groß  desselben  Macht  nun  aber
auch  war  und  so  unerschütterlich  sie  ihm  selbst  erscheinen  mochte,
wie  gewaltig  das  Unwetter  war,  das  jetzt  gegen  ihn  heraufzog,  erkennen
  wir,  wenn  wir  einen  Blick  werfen  auf  die  glänzende  Versammlung
  von  Fürsten,  die  große  Menge  namentlich  sächsischer  Edelleute,
  welche  sich  am  14.  Juli  1167  zu  Sandersleben  bei  Magdeburg
  zusammenfanden,  um  auch  ihrerseits  dem  zwischen  den  beiden
Kirchen  geschlossenen  Bündniß  feierlich  beizutreten.  Da  erschienen
der  Pfalzgraf  Albert  von  Sommerschenburg,  die  Grafen  Hermann
von  Orlamünde,  Albert  und  Bernhard,  die  drei  Söhne  des  alten,
unversöhnlichen  Feindes  des  Sachsenherzogs,  Albrechts  des  Bären,
der  Sohn  des  Landgrafen  von  Thüringen,  die  Edlen  Heinrich  von
Lynburg,  Graf  Heinrich  von  Geldern,  der  mit  dem  vom  Herzog
besiegten  und  während  des  Kampfes  gestorbenen  Grafen  Christian
von  Oldenburg  verschwägert  war!),  ferner  Graf  Wilhelm  von  Jülich,
Engelbert  von  Berg,  Eberhard  von  Sayn,  Dietrich  von  Ara,  Gerhard
  von  Blankenhain,  der  Burggraf  Gerhard  von  Cöln,  außerdem
dann  noch  eine  große  Menge  Ministerialen,  kölnischer,  magdeburgischer
  und  sächsischer  Geistlicher.)

Obgleich  der  so  geschlossene  Bund  an  sich  wohl  stark  genug
war,  um  cinen  ernstlichen  Kampf  mit  Heinrich  dem  Löwen  aufzunehmen,
  so  waren  seine  Mitglieder  doch  bemüht,  demselben  eine
noch  größere  Ausdehnung  zu  geben,  namentlich  aber  einen  Mann
auf  ihre  Seite  herüberzuziehen,  dessen  Anschluß  an  seine  Feinde  dem
Herzog  als  eine  große  Gefahr  erscheinen  mußte.  Schon  früher  hatte
man  es  an  Versuchen  nicht  fehlen  lassen,  den  Erzbischof  Haitwig
von  Bremen  zur  offenen  Feindschaft  gegen  den  Herzog  zu  bestimmen,
  ohne  daß  es  indessen  gelungen  wäre,  ihn  zu  einer  wirklichen
Entscheidung  zu  bewegen.  Still  hatte  sich  Hartwig  nach  Hamburg
zurückgezogen  und  lebte  dort  scheinbar  nur  mit  kirchlichen  Angelegenpotissim#m

  consilio  et  iurumento  est
constitutum,  ut  manifeste  et  communiter
  se  ei  opponant  et  reristant.


1)  Bgl.  Ann.  Stadens.  p.  346;
Moritur  etiam  Heinriens,  frater  Christiani.
  Hio  uxorem  duxerat  sororem
comitis  Heinrici  de  Gelre.

2)  v.  Heinemann,  l.  c.  p.  479:

Sed  bridie  Idus  Julii  Santersleve,
ubi  maior  multitude  nobilium  et  ministerialium
  convenerat,  dominus  Albertus
  palatinus  comes  —  —  —  certitudinem
  sancte  Coloniensi  ecelosie
flde  data  et  prestito  iuramento  seeundum
  formam,  qub  supradicte  est.  fecerunt.


167.

11.  Jul.