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236  2.  Buch.  6.  Kapitel.

heiten  beschäftigt.  In  Wahrheit  aber  verlor  er  den  Gang  des
Kampfes  zwischen  Heinrich  und  seinen  Gegnern  keinen  Moment  aus
dem  Auge.  Mit  der  ihm  eigenen  Unsicherheit,  die  jeden  wirklichen
Entschluß  so  weit  wie  möglich  hinausschob,  suchte  er  seine  endgültige,
offene  Parteinahme  bis  zu  dem  Augenblicke  hinzögern  zu  wollen,
wo  sich  mit  einiger  Sicherheit  voraussehen  ließe,  wer  aus  dem
Kampfe  als  Sieger  hervorgehen  würde.  Daher  waren  die  Aufforderungen
  der  Fürsten,  ihrem  Bunde  beizutreten,  bisher  erfolglos
geblieben:  selbst  der  Hinweis  auf  die  sich  gerade  jetzt  bietende  günstige
  Gelegenheit  zur  Wiedererwerbung  der  ihm  von  Heinrich  entrissenen
  Grafschaft  Stade  vermochte  nicht,  den  Erzbischof  zu  einem
raschen  Entschluß  zu  bringen.  Die  Sorge  vor  der  Uebermgcht  des
Herzogs  und  das  Mistrauen  gegen  die  Zuverlässigkeit  der  verbündeten
  Fürsten  hielten  sich  bei  ihm  die  Wage.!)  Ohne  auf  die  jetzt
wiederum  erneuerte  Aufforderung  der  Fürsten  eine  bestimmte  Antwort
  zu  geben,  näherte  er  sich  ihnen  doch  wenigstens  insofern,  als
er  allerhand  Vorbereitungen  zu  einem  etwaigen  Kampfe  gegen  Heinrich
  traf,  namentlich  seine  beiden  Burgen,  Freiburg  und  Harburg,
befestigen  ließ  und  stärkere  Besatzungen  hineinlegte..))  Da  Hartwig
dabei  aber  bemüht  war,  sein  bisheriges  Verhältniß  zum  Herzoge
noch  ungestört  zu  erhalten,  so  war  den  Fürsten  mit  einer  solchen
halben  Maßregel  eben  auch  nicht  gedient.  Da  wurde  der  noch  immer
schwankende  und  unentschlossene  Erzbischof  ganz  unerwartet  genöthigt,
seine  Stellung  zu  den  streitenden  Parteien  schärfer  zu  bestimmen.
Bischof  Conrad  von  Lübeck  nämlich,  ein  Mann  unruhigen,  hochfahrenden
  Geistes,  der  vurch  sein  willkürliches  und  gewaltthätiges  Schalten
  mit  dem  Herzoge  schon  seit  längerer  Zeit  in  unfreundlicher
Spannung  lebte'),  war  nur  zu  bereit,  für  die  ihm  angethane  Be-1)

  Helm.  II.  8:  Grassantibus  ergo
usque  quadue  civilibus  bellis  IIartvicus
archiepiscobus  deerevernt  apud  se,
declinare  tumultum  consurgentie  belli,
et  sedit  Mammenburg  solitarius  et  quietus.
  structuris  claustralibus  et  cacteris
ecclesiase  suae  commodis  intentus.
Tune  Coloniensis  archiepiscopus  çaeterique
  principes,  mandaverunt  ei  per
litteras,  ut  revocaret  ad  cor  omnes
Pressuras,  quibus  attrivisset  eum  dux.
—  —  Hartricus  —  ergo  multis  experimentis
  edoctus  fortunatum  semper  in
praeliis  ducem  esse,  ambiguam  duoque
  DPrincipibus  inesse  fidem  et  se

huiusmodi  ponsionibus  saepe  delusum,
  fluctunre  coebit  animo.  Provocabat
  eum  recuperandi  honoris  oupido,
sed  deterrebat  eum  saepe  comperta
mobilitas  principum
2)  Helm.  II,  8:  Hoercbat  interim
suporfieies  *  et  pax  sonabat
in  verbis.  rumtamen  costra  eus
Friborg  et  HKoreor#  communirs
coepit  archiepiscopus  et  congessit
illio  apparatum  armorum  et  escarum,
quae  sufficerent  in  menses  et  annos.
3)  Helm.  II,  1:  —  (Conradus)  —
alienavit  sc  a  duce  et  confoederatos
est  archiepiscopo,  quatenus  connexzis