Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  241
Resten  seines  einst  so  glänzenden  Heeres  in  die  Winterquartiere
zurückgezogen  hatte,  sandte  der  Kaiser  sofort  den  Erzbischof  Conrad
von  Mainz  und  den  Herzog  Berthold  von  Zäringen  nach  Deutschland'),
  um  wenigstens  für  den  Augenblick  dem  verderblichsten  Kampfe
Einhalt  zu  thun.  Ihnen  gelang  es  denn  auch,  einen  Waffenstillstand
herzustellen,  der  den  streitenden  Parteien  bis  zur  Rückkehr  des  Kaisers
  Ruhe  auferlegte.)

So  wurde  dem  übel  mitgenommenen  und  erschöpften  Lande
wenigstens  eine  kurze  Ruhe  und  Erholung  gegönnt.  Diese  Zeit  benutzte
  der  Herzog  zur  Erledigung  ver  über  das  Gewoge  des  Kampfes
unerledigt  gebliebenen  friedlichen  Angelegenheiten.?)  Namentlich  aber
eilte  er  seine  früher  eingegangene  Verlobung  mit  Mathilde  von  England
  jetzt  zum  Abschluß  zu  bringen.  Daß  er  gerade  in  dieser  Zeit
die  Ehe  einging,  dazu  bewog  ihn  wohl  nicht  sowohl  der  Gedanke,
daß  die  Verschwägerung  mit  dem  mächtigen  englischen  Königshause
seiner  eigenen  Gewalt  neuen  Glanz  und  seiner-Stellung  neuen  Rückhalt
  gewähren  würde,  als  vielmehr  der  Plan,  nunmehr  die  politischen
Nebenabsichten,  welche  namentlich  für  den  Kaiser  diese  Ehe  so  wünschenswerth
  gemacht  hatten,  wirklich  in  Kraft  zu  setzen  und  zur  Geltung
  zu  bringen.  Denn  gerade  wie  seine  Lage  damals  war,  mußte
Friedrich  an  der  Erhaltung  seines  freundschaftlichen  Verhältnisses  zu
England  sehr  viel  gelegen  sein,  auch  schien  die  Zeit  zur  Erneuerung
des  Versuches)  England  als  Bundesgenossen  gegen  Alexander  III.
zu  gewinnen,  besonders  günstig,  da  der  Streit  Heinrichs  II.  mit
Thomas  Becket  und  damit  mit  dem  Papste  selbst  immer  heftiger
wurde.

Um  Weihnachten  1167  schickte  Heinrich  der  Löwe  eine  Gesandtschaft,
  an  deren  Spitze  Propst  Balduin  von  Ratzeburg  stand,  an
den  Hof  Heinrichs  II.  nach  Argenton,  um  seine  Braut  in  Empfang
zu  nehmen.)  Von  diesen  Gesandten  und  vielen  englischen  Edlen,

1)  Ann.  Palid.  p.  93:  Vix  tamen
Pace  composita,  presentibus  legatis
imperatoris,  videlicet  Mogontino  episcoßbo
  et  Bertoldo  duce  de  Zaringe,
terra  ad  tempus  quievit.

2)  Helm.  II,  10.  Caes#e#  cum  residuo
  exereitu  reversus  est  in  Longobardiam.
  Illic  positus  audivit  motum,
qui  foit  in  Saronia,  et  misse  legatione
frequentibus  indueiis  repressit  vurgentem
  seditionem,  qucusque  praseteriret
tempus  et  ipse  lideraretur  ab  expedi-Pruy,

  Heinmrich  der  Löwe.

tione  Italiea.  —  Ann.  Colon.  max.
Mon.  88S.  XVII,  p.  782:  —  —  impe--rator
  missa  legatione  ab  Italia  usqdue
ad  adventum  suum  bellum  boc  difskerri
iussit.

3)  Vgl.  Reg.  n.  109  u.  110.

4)  Helm.  II,  10:  In  tempore  dierum
inorum  mieit  Menricus  dur  —  legatos  in
in  Angliam  et  adduxerunt  flliam  regis
Angliae  cum  argento  et  auro  ot  divitiis
  magnis.  —  Ann.  Egmundan.
P.  466:  Eodem  anno  dux  Sazonise

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1167.

Dec.