1108.

1.  Febr.

5.  Mai.

242  2.  Buch.  6.  Kapitel.

darunter  den  dem  Könige  selbst  nahe  stehenden  Grafen  von  Arundel
und  Strigul  begleitet'),  eine  glänzende  Mitgift  und  reiche  Schätze
mit  sich  führend?),  kam  Mathilde  gegen  Ende  des  Jannar  1168  im
Lande  des  Herzogs  an.  In  Minden  empfing  Heinrich  seine  fürstliche
  Braut,  und  dort  wurde  am  1.  Februar  die  Ehe  feierlich  eingesegnet.
  Zum  Gedächtniß  daran  schenkte  der  Herzog  mit  seiner  Gemahlin
  und  unter  Zustimmung  seiner  Tochter  aus  erster  Ehe,  Gertrud,
  der  Mindener  Kirche  den  Hof  Lothe.)  Die  eigentlichen  Hochzeitsfestlichkeiten
  selbst  wurden  dann  zu  Braunschweig  mit  aller  Pracht
begangen.)

Aber  fast  auf  dem  Fuße  folgte  diesen  frohen  Festtagen  die
blutige  Erneuerung  des  eben  erst  mühsam  und  nur  auf  kurze  Zeit
beruhigten  wilden  Zwistes.  Obgleich  sie  sich  verpflichtet  hatten,  bis
zur  Rückkehr  des  Kaisers  Frieden  zu  halten,  erneuerten  die  gegen
Heinrich  den  Löwen  verbundenen  Fürsten  ihre  alte  Vereinigung  doch
zu  Merseburg?)  und  fielen  gleich  darauf  plündernd  in  des  Herzogs
Länder  ein,  weithin  die  Gegenden,  welche  sie  durchzogen,  verwüstend.)
Fast  scheint  es,  als  hätten  sie  durch  Wiederaufnahme  des  Kampfes,
durch  einen  neuen  allgemeinen  Angriff  ihren  übermächtigen  Gegner
noch  vor  des  Kaisers  Rückkehr  demüthigen  und  zu  Zugeständnissen
zwingen  wollen,  welche  sie,  sobald  Friedrich  die  Vermittelung  des
Friedens  übernahm,  nicht  mehr  zu  hoffen  hatten.  Aber  auch  diesmal
  ging  es  ihnen  nicht  nach  Wunsch:  kaum  hatten  sie  wieder  zu
den  Waffen  gegriffen,  so  erschien  auch  schon  unerwartet  schnell  der
Kaiser  selbst  in  Deutschland.  Auf  den  5.  Mai  berief  er  die  Hadernden
  vor  seinen  Thron  nach  Würzburg;  doch  leisteten  sie  dem
Rufe  keine  Folge,  sondern  fuhren  in  ihren  Feindseligkeiten  gegen
den  Sachsenherzog  fort.))  Auch  auf  einem  zweiten  Reichstage,  den

Heinricus  misit  Baldwinum  praeposi-Henri

  —  —  nuptias  Brunswich
tum  —  ad  adducendam  sibi  flliam

megmiser  celebrarit.

Heinrici  regis  Anglorum  nomine  Mathildam,
  quam  venientem  cum  magno
apparatu  et  divitiis  aceepit  uxorem.

1)  Radulf.  Dicet.  ap.  Twysden,
  Hist.  anglic.  scriptores  decem,

p.  5

2)  Bgl.  Helm.  I.  c.  Robert.  de
Monte  a.  1168  (Mon.  88.  VI,
P.  546):  Mathildis,  flia  regis  Henrici,
cum  infinita  peeunia  et  apparatu  ma-Jimo
  ducta  est  in  emanniam  —  —.

3)  Vgl.  Reg.  1

4)  Ann.  K.  ul.  ,  P.  346:  Dux

5)  ibid.  Prineipes  Merseburg  convenorunt
  adversus  uoem  inrantes.
Böttiger,  H.  d.  L.  p.  244  will  diese
Angabe  ohne  besondern  Grund  zum
Jahr  1166,  auf  die  erste  Gründung
des  Fürstenbundes,  bsziehen.  Vgl.

v.  bPEinen#ann,  403.

n.

Ann.  Palid.  p.  94:  Pace  soluta
  inter  principes  Sazonie,  provincia
rursus  predis  et  inoendlis  vastatur.

7)  Ann.  Palid.  p.  94:  Imperator
clam  de  Italia  reversus  curiam  indixzit