Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  243

Friedrich.  auf  den  19.  Mai  nach  Frankfurt  ausgeschrieben  hatte,  1/
fanden  sie  sich  nicht  ein!)  Diese  Hartnäckigkeit,  mit  der  sie  eine  Aussöhnung
  mit  dem  Sachsenherzoge  von  der  Hand  wiesen,  konnte  der
Sache  der  verbündeten  Fürsten,  selbst  der  Abhülfe  ihrer  etwaigen
begründeten  Beschwerden,  nur  Schaden  thun:  sie  stellten  sich  damit

als  Friedensbrecher  und  Feinde  des  Reiches  hin.  So  kam  es  denn
auch,  daß  auf  dem  am  29.  Juni  zu  Würzburg  gehaltenen  Reichs=  2.  Aun.
tage  ?),  wo  sie  sich  endlich  stellten,  und  am  1.  Juli  zu  Frankfurt  die  1.  Julc
verbündeten  Fürsten  durchaus  als  der  schuldige  Theil  erschienen.

Daß  durch  die  Erhebung  der  Fürsten  gegen  seine  Uebermacht
das  Verhältniß  Heinrichs  des  Löwen  zu  dem  Kaiser  nicht  im  Geringsten
  gestört  worden  war,  zeigte  schon  Friedrichs  ganzes  Verhalten
  dem  Streite  gegenüber;  auch  fand  es  gleich  darauf  von  des
Herzogs  Seite  eine  neue  Bestätigung.  Wie  Heinrich  sich  schon  auf
dem  Würzburger  Reichstage  (1165)  durch  Abschwörung  Alexanders
  III.  der  kaiserlichen  Politik  gegen  diesen  Papst  ganz  und  rückhaltlos
  angeschlossen  hatte,  so  trennte  er  sich  auch  jetzt  noch  nicht
von  ihr,  als  am  28.  September  1168  Paschalis  III.  starb  und  von  28.ept.
der  kaiserlichen  Partei,  die  den  Kampf  bis  zum  Aeußersten  fortzusetzen
  entschlossen  war,  in  dem  Abte  Johann  von  Struma  ein
neuer  Gegenpapst  erhoben  wurde.  Für  seine  namentlich  durch
die  allgemeine  Empörung  der  Lombarden  mehr  als  je  gefährdete
Sache  neue  Stützen  zu  gewinnen,  wollte  Friedrich  noch  einmal  eine
Verbindung  mit  England  und  Frankreich  versuchen.  Bei  der  damaligen
  Stellung  Heinrichs  II.  von  England  zu  Alexander  III.  schien
gegründete  Aussicht  zu  sein,  wenigstens  diesen  auf  die  Seite  der
Gegner  desselben  zu  ziehen.  Auch  schien  Heinrich  selbst,  der  durch
seinen  Streit  mit  Thomas  Becket  mit  dem  von  ihm  bisher  anerkannten
  Papste  in  die  allerernstlichsten  Differenzen  gekommen  war
zu  einem  engen  Anschluß  an  den  Kaiser  und  den  von  ihm  aufgestellten
  Gegenpapst  geneigt  zu  sein.  Von  seiner  Seite  wurden  die
schon  früher  resultatlos  geführten  Unterhandlungen  wieder  aufgeprincipibus

  Sazxonie  Wirceburg  in  do-  tereio  nihilominus  in  festo  apostolominica
  Vocem  iocunditatis  (5.  Mei).  rum  Petri  et  Pauli  i  pax  firma

Qui  neglecta  curia  congregato  exereitu
  provinciam  ducis  predetionibus
et  incendiis  vastaverunt.
1)  ibid.  Item  secundo  curiam  indixzit
  in  ——
omblet,  Niedemh.  VB.
I.  p.  Ann.  Palid.  1.  c.  —

inter  prineipes  facta  est  usque  ad
Prozimam  curiam  Ann.  Colon.
max.  (Mon.  88.  IV#,  p.  782):  Kalendis
  vero  Julii  curiam  Frankinvurt
habuit,  ubi  ducem  et  Principes  Saxoniae
  ad  pacem  revocavit.

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