1168.

Dectob.

244  2.  Buch.  6.  Kapitel.

nommen,  indem  er  eine  Gesandtschaft  an  den  Kaiser  schickte.)  Das
für  den  Kaiser  in  seiner  augenblicklichen  Lage  so  wichtige  Bündniß
wirklich  zu  Stande  zu  bringen,  ließ  sich  namentlich  auch  Heinrich
der  Löwe  angelegen  sein,  der  vermöge  seiner  verwandtschaftlichen  Beziehungen
  zu  dem  englischen  Königshause  ja  auch  eine  ganz  besonders
  wichtige  und  einflußreiche  Stimme  dabei  haben  mochte.  Mit
den  heimkehrenden  englischen  Gesandten  begaben  sich  im  October
1168  )  die  drei  einflußreichsten  Männer  des  Reichs,  Herzog  Heinrich
der  Löwe,  der  neue  Erzbischof  von  Cöln,  Philipp  von  Heinsberg,
und  der  Erzbischof  von  Mainz  als  Gesandte  des  Kaisers  an  den
englischen  Hof  sowohl  wie  an  den  Ludwigs  VII.,  des  Königs  von  Frankreich.
  Welchen  specielleren  Zweck  aber  diese  glänzende  Gesandtschaft
gehabt,  ist  uns  unbekannt  geblieben;  auch  über  ihren  Erfolg  sind
wir  nicht  näher  unterrichtet.)

In  der  Zeit,  welche  Heinrich  der  Löwe  mit  dem  Kampfe  gegen
die  sächsischen  Fürsten  verbracht  hatte,  hatte  er  die  weiteren  Beziehungen
  seiner  beiden  Herzogthümer  wenn  auch  nicht  aus  dem  Auge
verloren,  so  doch  nicht  in  der  ihm  so  eigenen  straffen  und  nachdrücklichen
  Weise  lenken  können.  Als  er  sich  daher  jetzt  wieder  dem
Schauplatz  seiner  bedeutendsten  Thätigkeit,  dem  Boden,  auf  dem  sich
der  Bau  seiner  Macht  immer  stolzer  und  selbständiger  erhob,  seinen
slavischen  Landen  zuwandte,  fand  er  die  Lage  der  Dinge  dort  völlig
und  in  einer  für  ihn  wenig  günstigen  Weise  verändert.  Der  erst
unter  seiner  schützenden  Hand  erstarkte  König  Walvemar  von  Dänemark,
  nachdem  er  die  fortwährenden  Angriffe  der  Slaven  endlich
von  seinem  Reiche  abgewandt,  dann  im  Bunde  mit  dem  Sachsenherzog
  selbst  angriffsweise  gegen  sie  vorgegangen  war,  hatte  die  günstige
  Gelegenheit  benutzt,  sich  von  der  ihm  allmählich  lästig  werdenden
  bevormundenden  Bundesgenossenschaft  Heinrichs  zu  emaneipieren
und  selbständig  eine  wichtige  Eroberung  gemacht:  das  schon  früher
von  ihm  mehrmals  mit  Krieg  überzogene  Rügen  war  mit  seinem

1)  Ep.  Marine  Boloniae  comitissne
ad  Ludov.  3.  ap.  Bouquet,  Récueil
XVIII,  p.  144.

2)  Philipp  v.  Heinsber  3  erhielt  am
29.  Heptember  die  ebbische  süche  We

3)  An  Camer
SS.  XVI,  r  545):  —2  uns  —
simi,  domnus  Colonise  archiepiscopus,
domnus  II.  Maguntiae  urbie  archiepiscopis
  cum  ducc  famosissimo  Sazoniee,
dui  ex  domni  imperatoris  parte  ad

utrosquc  reges,  soilicet  Galliae  atque
Angliae,  Dacis  causa  reformandee  dirigebantur.
  (Am  14.  October  find  vie

Gesandten  in  Cambrai.)  —  Ann.  Colon.

  max.  p.  783:  Nec  multo  post
(d.  i.  nach  d.  29.  Sept.)  in  legatione
imperatoris  Rothomagum  regem  Angliae
adiit,  ubi  archiepiscopus  Mogontinus
ot  dus  Sazoniae  ei  oocurrerunt;  set
dualis  legatio  fuerit,  praeter  eos  et
regem  latuit.