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248  2.  Buch.  6.  Kapitel.

rich  dem  Löwen  und  dem  Dänenkönig  aber  blieb,  wenn  es  auch
zwischen  ihnen  nicht  zu  einem  offenen  Kampfe  kam,  eine  Zeit  lang
voch  ein  höchst  gespanntes,  das  jeden  Augenblick  sich  in  einem  ernstlichen
  Zusammenstoß  entladen  zu  wollen  schien.

Um  dieselbe  Zeit,  wo  Heinrichs  des  Löwen  Stellung  als  bevorrechteter
  Bekämpfer  der  Slaven  durch  die  Nebenbuhlerschaft  des
Dänenkönigs  in  Frage  gezogen  wurde,  drohte  seiner  Machtvollkommenheit
  im  nördlichen  Theile  des  Reichs  von  einer  andern  Seite
her  eine  wesentliche  Beeinträchtigung.  Nach  dem  erfolglosen  Auseinandergehen
  des  Fürstenbundes  war  Erzbischof  Hartwig  ebensowie
  Bischof  Conrad  von  Lübeck  aus  der  durch  seinen  Anschluß  an,
des  Herzogs  Gegner  veranlaßten  Verbannung  aus  seinem  Sprengel,
  welche  er  in  Magdeburg  verbracht  hatte'),  nach  Bremen  zurückgekehrt.
  Doch  konnte  er  sich  der  wiedergewonnenen  Stellung  nur
kurze  Zeit  freuen.  Schon  in  den  ersten  Tagen  des  October  1168.
erlag  er  einer  bald  nach  seiner  Rückkehr  zum  Ausbruch  gekommenen
Krankbeit.-)  Gerade  bei  den  letzten  Kämpfen  hatte  Herzog  Heinrich
Gelegenheit  gehabt  von  Neuem  zu  erkennen,  von  wie  außerordentlicher
  Bedeutung  es  für  ihn  sei,  was  für  ein  Mann  den  erzbischöflichen
  Stuhl  inne  habe.  Denn  hatte  sich  Hartwig  in  Folge  der
ihm  eigenen  Unentschlossenheit  und  Unsicherheit  seines  ganzen  Wesens
  auch  niemals  zu  einem  wirklichen  offenen  Kampfe  gegen  Heinrich
bestimmen  lassen,  so  hatte  er  ihm  doch  durch  seine  halbe,  unsichere
Freundschaft,  das  geheime  Intriguieren  und  Opponieren,  mit  dem
er  immer  nur  auf  Schleichwegen  sein  Ziel  zu  erreichen  suchte,  genug
  Schaden  gethan  und  manche  ernstliche  Verlegenheit  bereitet.
Bei  der  Spannung,  die  seit  dem  Streit  über  die  Grafschaft  Stade
zwischen  dem  Bremer  Erzbisthum  und  dem  Sachsenherzog  geherrscht
hatte  und  dic  durch  die  ehrgeizigen  und  hochfahrenden  Pläne  Hartwigs
  nur  noch  genährt  worden  war,  mußte  es  natürlich  auch  jetzt
bei  der  Wahl  eines  neuen  Erzbischofs  zur  Bethätigung  derselben
kommen.  Die  in  dem  Domcoapitel  vertretenen  Parteien,  die  dem

1)  Helm.  II,  9:  His  ita  peractis
(Conradus  episcobus)  reversus  ost
Magdeburg  et  invenit  ibi  Hartvicum
Hammenburgensem  archiepiscopum,
nam  et  ipse  loco  cesserat,  et  manserunt
  apud  Magdeburgensem  archiepiscopum
  dichus  multis.

2)  Helm.  II,  11:  Et  revocatus  est
dominus  Hammenburgeneis  archiepiscopus

  in  sedem  suum  tactusque  infirmitate
  insra  paucos  dies  obiit.  t
oxtineta  est  morte  illius  votus  controversia,
  quao  fuit  super  cometia  Stadensi,
  et  possedit  oam  dux  de  cuetero
absque  omni  eontradietions.  —  Ann

Stadens.  p.  346:  H.  Bremeneie
archiepiscopus  obit  octaro  Nones