Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  den  Löwen.  251

lich  auch  durch  einen  günstigen  Erfolg  belohnt,  einen  Erfolg,  der
auch  von  Heinrich  dem  Löwen  mit  der  größten  Freude  begrüßt  werden
  konnte.  Mit  Recht  konnte  Friedrich  schwere  Vorwürfe  gegen
die  Fürsten  erheben,  mit  Nachdruck  darauf  hinweisen,  wie  sehr  die
durch  ihre  Schuld  im  Innern  des  Reiches  ausgebrochenen  Unruhen
dazu  beigetragen  hätten,  seine  Stellung  auch  in  Italien  zu  erschüttern.
  Bei  dieser  Stimmung  des  Kaisers  war  es  denn  natürlich,  daß
der  schließliche  Friede,  der  nach  langen  und  verwickelten  Unterhandlungen
  zu  Stande  kam,  den  Fürsten  keine  Art  von  Vortheil  gewährte,
  sondern  ganz  zu  Gunsten  des  gewaltigen  Sachsenherzogs
ausfiel.  Nicht  die  geringste  Einbuße  an  Macht  oder  Gebiet  mußte
derselbe  sich  gefallen  lassen,  sondern  ging  aus  dem  allgemeinen
Sturm,  der  sich  gegen  ihn  erhoben  hatte,  ebenso  stark  und  mächtig
und  in  den  Augen  der  Welt  nur  noch  glänzender  hervor.)

Der  Sieg,  den  Heinrich  der  Löwe  hier  zu  Bamberg  gewann,
war  ein  vollständiger,  denn  auf  diesem  Reichstage  kam  auch  der
Streit  wegen  des  Bremer  Erzbisthums  zur  Entscheidung,  und  zwar
ebenfalls  in  einer  Art,  welche  dem  Sachsenherzog  alle  seine  Wünsche
als  erfüllt  erscheinen  lassen  mußte.  Weder  des  Markgrafen  Albrecht
Sohn  Siegfried,  dessen  Erhebung  Heinrich  mit  Recht  mit  der  größten
  Sorge  hätte  erfüllen  müssen,  noch  der  Gegner  desselben,  der
Decan  Otbert,  wurde  vom  Kaiser  bestätigt.  Vielmehr  erhob
Friedrich  auf  des  Herzogs  dringende  Empfehlung  den  bisherigen
Propst  von  Halberstadt,  Balduin,  des  Herzogs  Caplan,  einen  schon
an  der  Schwelle  des  Greisenalters  stehenden  Mann  zu  der  erzbischöflichen
  Würde.))  Mit  ihm  kam  ein  gegen  Heinrich  ganz  gefügiger,
  ihm  jeden  Willen  thuender  Mann  in  die  so  wichtige  Stellung,
der  dann  auch  sich  und  die  ihm  anvertraute  Kirche  rückhaltlos  dem
Einfluß  des  gewaltigen  Herzogs  hingab:  —  ein  Gewinn,  der  für
Heinrich  von  der  größten  Bedeutung  war,  zumal  da  trotz  des  schein-Aprilis

  apud  Bavinberg  habuit.  —

Nach  Böhmer  Reg.  2532  i  iFeiesich
noch  am  23.  Juni  in  Bamb  erg.  Vgl
Helmold.  II,  11  —  indizit
curiam  Bavenberg  “½m#  universis
Drincipibus  Saxoniae  coarguit  eos  do
violatione  pacis,  dicens  tumultum  Sa-Jonine
  dedisse  Longobardis  materiam
defectionis.  Multis  itaque  dilationibus,
  multa  providentia  et  coneilio
  dissensiones,  duae  erant  inter
ducem  et  principes,  ad  conventionem

Pacis  inclinatac  sunt.

)Lelm.  II,  11:  —  et  cesserunt
omnia  iuxta  placitum  ducis  et  ereptus
est  a  circumventione  principum  absdue
  omni  suimet  diminnutione.

2)  Ann.  Stadens.  p.  346:  Imperatore
  curiam  habente  in  Bavenberg
duo  electi  Bremenses  destituti  sunt,
et  de  voluntate  ducis  Baldewinus,
Healverstadensis  praepositus,  est  intrusus.
  —  —  Baldewinus  licet  sener
bone  ecclesige  duci  concessit  et  suis.

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