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252  2.  Buch.  7.  Kapitel.

bar  nun  ganz  gesicherten  Friedens  die  tiefe  Feindschaft,  welche  ihn
von  den  übrigen  sächfischen  Fürsten  trennte,  noch  keineswegs  ausgeglichen
  war,  sondern,  nur  auf  einige  Zeit  gewaltsam  unterdrückt,  bei
der  nächsten  Gelegenheit  wieder  in  hellen  Flammen  emporzulodern
  drohte.  ·

Siebmtccsapitet

HeinrichsfriedlicheThätigkeitinSachsen,Baierinundden
Slavenländern;  die  Welfische  Erbschaft;  der  Plan  zur
Wallfahrt  nach  Jerusalem.

Von  der  hartnäckigen  Wuth  mancher  seiner  Gegner  hatte  Heinrich
  der  Löwe  gleich  nach  dem  Schlusse  des  Bamberger  Reichstags
ein  Beispiel  zu  erleben,  und  obgleich  der  lange  andauernde  Kampf
zwischen  ihm  und  den  sächsischen  Fürsten  ganz  entschieden  zu  seinen
Gunsten  geendek  war,  und  zwar  nicht  sowohl  durch  den  Erfolg
seiner  eigenen  Waffen  als  durch  das  entscheidende  Gewicht,  welches
der  Kaiser  für  ihn  in  die  Wagschale  legte,  hatte  der  Herzog  doch
noch  Mühe,  dem  Friedensgebote  nach  allen  Seiten  hin  Achtung  zu
verschaffen.  Wie  es  bei  so  leidenschaftlich  geführten  Kämpfen  zu
geschehen  pflegt,  so  waren  auch  jetzt  von  beiden  Seiten  Elemente
ins  Feld  geführt,  die  weniger  der  zu  verfechtenden  Sache  dienten,
als  die  Gelegenheit  benutzten,  um  ihren  Gelüsten  nach  Raub  und
Gewaltthat  unter  einem  scheinbaren  Rechtstitel  Genüge  zu  leisten.
Rücksichtslos  hatten  so  auch  jetzt  die  Fürsten  gegen  Heinrich  den
Löwen  Elemente  entfesselt,  deren  Beschwörung  ihnen  selbst  nun  nicht
gelingen  wollte.

Schon  früher  hatte  sich  Widukind  von  Schwalenberg  als  einen
der  gefährlichsten  Raubritter  gezeigt,  der  vor  keinem  Frevel,  auch
der  blutigsten  Gewaltthat  nicht,  zurückbebte.  Auf  des  Kaisers  Andringen
  war  er,  als  das  Maß  seiner  Schuld  übervoll  war,  vom
Herzoge  verbannt  worden,  dann  aber  doch  wieder  im  Lande  geduldet,
jedoch  unter  strengster  Aufsicht  gehalten  worden.  Sich  dieser  zu

k#entledigen  und  einen  Vorwand  zur  Erneuerung  seines  schon  früher

mit  Vorliebe  betriebenen  Räuberhandwerks  zu  finden,  hatte  sich