Heinrichs  friedliche  Thätigkeit  in  Sachsen,  u.  s.  w.  257

und  der  rastlosen  Thätigkeit  des  Bischofs  Berno  von  Meklenburg  1170.
das  Gebiet  des  neuen  Bisthumes  Schwerin,  dem  auch  das  neuerdings,
  wenn  auch  nicht  durch  Heinrichs  eigene  Waffen  eroberte  Rügen
untergeordnet  wurde,  genau  festsetzte.)

Aber  so  eifrig  Heinrich  auch  den  Kaiser  bei  der  definitiven
Ordnung  der  inneren  Angelegenheiten  und  bei  der  Befriedung  des
Reichs  zu  unterstützen  strebte,  so  gab  er  selbst  doch  neuen  Anlaß  zu
Kampf  und  Fehde.  Gegen  Ostern  des  Jahres  1170  machte  er
wieder  einen  Einfall  in  das  Gebiet  des  Erzbischofs  von  Magdeburg
und  verwüstete  weite  Strecken  desselben.  Aus  welcher  Veranlassung
dies  geschehen  ist,  wissen  wir  nicht;  vermuthlich  haben  wir  darin
die  Nachwehen  der  letzten  wilden  Kämpfe  zu  sehen.  Auch  in  dem
Bremer  Erzbisthum  zuckten  die  durch  die  zwiespältige  Wahl  veranlaßten
  kricgerischen  Bewegungen  noch  leise  nach.  Die  Anhänger  des
erst  erwählten  und  vom  Kaiser  dann  beseitigten  Siegfrid  scheinen  in
Harburg,  wohin  sie  sich  nach  der  Einnahme  Bremens  durch  Guncelin
  von  Schwerin  geflüchtet  hatten,  dem  neuen  Erzbischof  Balduin
und  dem  Herzoge  noch  längere  Zeit  widerstanden  zu  haben  und  ihr
Widerstand  erst  durch  die  in  diesem  Jahr  erfolgte  Zerstörung  der
Burg  gebrochen  zu  sein.)  Ob  Heinrich  der  Löwe  dann  auf  dem
um  Pfingsten  zu  Fulda  gehaltenen  Hoftage,  wo  die  zur  Anknüpfung  s.  aun.
von  Friedensunterhandlungen  mit  Alexander  III.  nach  Italien  geschickten
  Gesandten  über  den  wenig  Hoffnungen  gebenden  Erfolg
ihrer  Reise  Bericht  erstatteten:),  zugegen  gewesen  ist  und  den  Kaiser
auch  in  dieser  wichtigen  Angelegenheit  mit  seinem  Rath  unterstützt
hat,  wissen  wir  nicht.  Dagegen  finden  wir  ihn  am  21.  Juni  mit  21.  aun
dem  Kaiser  in  Erfurt,  wo  er  einem  zwischen  Abt  Willibald  von
Hersfeld  und  dem  Edlen  Marquard  von  Grumbach  vollzogenen  und
vom  Kaiser  urkundlich  bekräftigten  Tausche  als  Zeuge  beiwohnte.)),

1)  Meklenb.  Uh.  n.  91  (p.  85):  pibus  terre  illius  —  —  —  benigne
CQnapropter  notum  esse  volumus,  —  Szuscipitur  et  ipsorum  electione  et

dqualiter  quidam  pauper  spiritu  mona.  Ploriosi  ducis  Saxonie  Hinrici  conetichus
  nomine  Berno  sola  fide  Christi  tutione  brimus  *  illius  episcopus

armatus  et  domini  apostolici  Adriani  ellleitur..  Die  Unterwerfung  Rügens
auctoritate  et  benedictione  roborntus,  wird  ebenfalls  et  Lerlu  Bernos
gentem  pagenorum  Transalbinam  —  aufgefübr.  Vol-  #chen  Ende:  —  terram
—  primus  predicator  nostris  tempori-  ctiam  Rugano  de  ditione  ducis

bus  aggressus  est  et  u.  Zwerin  in-  Sanonis  minio  episcopatus  sui  adieipiens
  Dopulo  sedenti  in  tenebris  eimus.

lumen  fdei  invexit,  ipsos  baptisans,  2)  Ann.  Stadens.  p.  347:  Caydola
  comminuens,  eeclesias  lundane  strum  Horburch  destruitur.

ad  insigne  et  nobile  castrum  Dimin  3)  Vgl.  Ann.  Colon.  max.  p.  783.
—  —  usque  pervenit:  ubi  a  princi-  4)  Reg.  120.

Prutz,  Heinrich  der  Läwe.  17