170.

B.  Juli.

8.  Aug.

7.  Nov.

12.  Nov.

258  2.  Buch.  7.  Kapitel.

Von  dort  begleitete  er  den  Kaiser  nach  Frankfurt,  wo  er  mit  ihm
bis  gegen  Ende  Juli  blieb.  )  Dann  kehrte  er  nach  Niedersachsen
zurück,  um  seine  eigenen  Angelegenheiten  wahrzunehmen.

Schon  am  8.  August  ist  Heinrich  zu  Verden  und  zwar  mit  der
fortwährend  betriebenen  Colonisation  des  Landes  beschäftigt.  Gemeinsam
  mit  dem  Erzbischof  Balduin  von  Bremen  erlaubte  er  dem  Friedrich
von  Machtenstede,  die  in  der  Erzdiöcese  gelegenen,  sich  zwischen  den
Dörfern  Brincken,  Machtenstere  und  Huchtingen  ausdehnenden  weiten
Marschlande  nach  holländischem  Rechte  an  fremde  Colonisten  zu
verkaufen.))  Aehnlich  werden  überhaupt  die  Geschäfte  gewesen  sein,
welche  Heinrich  jetzt  bei  seiner  Anwesenheit  in  Niedersachsen  erledigte.
Am  7.  November  bestätigte  er  noch  einmal  zu  Artlenburg  feierlich
die  drei  mit  Zustimmung  des  Kaisers  jenseits  der  Elbe  gegründeten
Bisthümer  Lübeck,  Ratzeburg  und  Schwerin.')  Am  12.  November
urkundete  er  zu  Herzberg  über  einen  Tausch,  den  er  mit  Zustimmung
  seiner  Gemahlin  Mathilde  und  seiner  Tochter  erster  Ehe,
Gertrud,  mit  dem  Kloster  Nordheim  vollzogen  hatte.)  Es  war  also
eine  durchaus  friedliche  und  auf  das  innere  Gedeihen  seines  Landes
gerichtete  Thätigkeit,  welche  der  Herzog  jetzt  entfaltete.  Eine  solche
aber  that  dem  Lande  nach  den  wilden  und  verwüstenden  Kämpfen
der  letzten  Jahre  sehr  noth.  Seit  langer  Zeit  war  jetzt  zum  erstenmale
  wieder  der  Friede  im  nördlichen  Deutschland  ungestört.  Denn
auch  der  Dänenkönig  Waldemar  hatte  seinen  Einfall  nicht  wiederholt,
  und  wenn  auch  ein  eigentlicher  Frieden  zwischen  ihm  und  dem

Herzoge  damals  noch  nicht  wiedergeschlossen  war,  so  ruhten  doch

1.  Nov.

thatsächlich  die  Waffen,  wenigstens  von  Seiten  der  Dänen,  die  mit
der  Abwehr  der  durch  Heinrichs  Wort  entfesselten  flavischen  Seeräuberschaaren
  vollauf  zu  thun  hatten.

Eben  um  diese  Zeit,  wo  Heinrich  der  Löwe  mit  der  friedlichen
Ordnung  und  Organisation  der  in  blutigem  Kampfe  eroberten  Lande
beschäftigt  war,  wurde  er  durch  den  Tod  von  seinem  gefährlichsten
Nebenbuhler  auf  diesem  Gebiete  befreit:  am  18.  November  1170
starb  Albrecht  der  Bär-),  sein  langjähriger  Gegner.  Von  seinem
ersten  Auftreten  an  hatte  Heinrich  in  ihm  den  erbittertsten  seiner
Feinde  zu  bekämpfen  gehabt.  Von  dem  Streite  um  das  Herzog-1)

  Reg.  121.  122.  p.  23.  Ann.  Magdeburg.  p.  93.  Ste-2)
  Reg.  123.  derburg.  p.  211.  Pegaviens.  p.  260.
3)  Reg.  124.  Stadens.  p.  317.  Das  Datum  findet
4)  Reg.  125.  sich  Ann.  Palid.  p.  91.

5)  Vgl.  Ann.  S.  Petri  Erphess.