Heinrichs  friedliche  Thätigleit  in  Sachsen,  u.  s.  w.  263

Augenblick  das  Hereinbrechen  wüthender  Slavenhorden  zu  fürchten  um.
war,  wo  der  Landmann  mit  einiger  Sicherheit  darauf  rechnen
konnte,  daß  er  seiner  Arbeit  Frucht  auch  wirklich  erndten  würde,
jetzt  nahm  auch  der  Zuzug  neuer  Colonisten  von  Tage  zu  Tage  zu,
und  im  Zeitraume  von  wenigen  Jahren  war  das  ganze,  bisher  immer
  noch  zweifelhafte  Gebiet  so  gut  wie  deutsch.  Den  Spuren  der
rastlos  thätigen  Missionare  folgend  erhoben  sich  um  die  immer
zahlreicher  erbauten  Kirchen  und  Kapellen  bald  sächsische  Städte  und
Dörfer;  Handel,  Ackerbau  und  Viehzucht  nahmen  einen  frischen  und
fröhlichen  Aufschwung.)  Die  Vergeblichkeit  längeren  Widerstands
gegen  die  siegreich  vordringende  deutsche  Cultur  erkennend,  bequemten
sich  die  ihr  bisher  so  unzugänglichen  Slaven  allmählich  sie  aufzunehmen.
  Ja,  der  letzte  ihrer  Führer,  der  es  noch  wenige  Jahre
zuvor  auf  einen  äußersten  Verzweiflungskampf  ankommen  lassen  zu
wollen  schien,  stand  von  seinem  natienalen  Streben  ab  und  bequemte
  sich,  den  Resten  seines  Volkes  durch  Annahme  deutscher
Sitte  und  Cultur  eine  Dauer  auch  in  fernerer  Zukunft  zu  sichern.
Pribislav  sammelte  die  zerstreuten  Slaven  in  Städte:  so  erbaute
er  Ilow,  Meklenburg  und  Rostock.  Dem  Beispiele  des  gewaltigen
Sachsenherzogs  folgend  war  er  bemüht,  ihrem  unruhigen  und  unsteten,
  zu  Raub  und  Gewaltthat  geneigten  Wesen  Einhalt  zu  thun,
sie  an  die  friedlichen  Beschäftigungen  des  Ackerbaues  und  des  Handels
  zu  gewöhnen.)

Nunmehr  legte  der  Herzog  auch  Hand  daran,  das  jüngste  der
rrei  von  ihm  begründeten  Bisthümer,  dessen  Existenz  während  der
Erschütterungen  der  letzten  Jahre  immer  von  Neuem  gefährdet  worden
  war,  auch  mit  weltlichen  Gütern  in  der  glänzendsten  Weise
auszustatten.  Am  9.  September  1171  geschah  vies  feierlich  zu  v.Ser.
Schwerin  selbst  in  Gegenwart  einer  glänzenden  Versammlung  sächfischer
  Geistlicher  und  weltlicher  Großer.  In  Gegenwart  der  Bischäfe
Evermod  von  Ratzeburg  und  Berno  von  Schwerin,  des  Propstes

1)  ibid.  Et  Dacata  est  via  transeuntibus
  a  Dania  in  Slariam  et  ambulaverunt
  mulieres  et  parvuli  per
eam,  eo  quod  submota  sint  ollendicula
et  delecerint  praedones  in  ria.  Omnis
enim  Slavorum  regio  incipiens  ab
Egdora  (qui  est  limes  regni  Danorum)
et  extenditur  inter  mare  Balticum  et
Albiam  per  longissimos  tractus  usque
ad  Zucrin  olim  insidiis  torrida  et
pene  deserta  est  nunc  dante  Deo  tota

redacta  est  velut  in  unam  Saxonum
coloniam  et  instruuntur  illic  civitates
et  oppida,  multiplicantur  ecelesiao  et
nummerus  ministrorum  Christi  —

2)  ibid.  Pribizlavus  quoquc  —  —
sedit  quietus  et  contentus  funiculo
portienis  sibi  permissae  et  nedificavit
urbes  Mekelenburg,  Jlowe  et  Rostock
et  collocavit  in  terminis  eorum  Slavorum
  populos.