264  2.  Buch.  8.  Kapitel.

um.  Anselm,  des  Kaplans  Gotfried  und  vieler  Geistlichen,  der  Grafen  Heinrich
  von  Ravensberg,  Otto  von  Bentheim,  Guncelin  von  Schwerin,
Bernhard  von  Ratzeburg,  Conrad  von  Regenstein,  Hermann  von
Lüchow,  Conrad  von  Roden,  sowie  der  Slavenfürsten  Kasimar  und
Pribislav,  und  vieler  Ministerialen,  wie  des  Burggrafen  Heinrich
von  Hitzacker,  Ottos  von  Artlenburg,  seines  Truchseß  Jordan  verlieh
Herzog  Heinrich  dem  Schweriner  Bisthum  dreihundert  Hufen,  zwei
Villen  und  zwei  Höfe  aus  seinem  eigenen  Erbgut,  zehn  Villen  im
Lande  Bützow  und  eine  große  Anzahl  kleinerer  Güter,  deren  Zehnten
  zum  Unterhalte  des  Bischofs  und  seiner  Canoniker  dienen  sollten;
auch  den  Ertrag  des  Hafengeldes  in  Schwerin  bestimmte  er  zu
diesem  Zweck.  Ueber  die  Höhe  der  von  den  Slaven  zu  erlegenden
Zehnten,  deren  Ertrag  zur  Zeit  noch  sehr  gering  war,  sollte  später
von  dem  Herzog  und  dem  Bischof  gemeinsam  unter  Beirath  der
Grafen  von  Schwerin  und  von  Ratzeburg  eine  nähere  Bestimmung
getroffen  werden..)  Auch  das  schon  früher  in  ähnlicher  Weise  beschenkte
  Ratzeburger  Bisthum  erhielt  um  diese  Zeit  neue  Gnaden=.

  Sep.  beweise  des  Herzogs.  Am  19.  September  gewährte  derselbe  in  Gegenwart
  der  meisten  der  schon  genannten  Zeugen  den  dem  Ratzeburger
  Bisthum  geschenkten  Villen  Lubimarsdorf,  Hohenkirchen,
Gressow,  Malk,  Benin  und  Pöterau  Freiheit  von  der  ihnen  bisher
obliegenden  Verpflichtung  zur  Leistung  der  Heerfolge,  des  Markding.
und  des  Burgwerks.

Damit  hatte  denn  nun  im  Jahre  1171  die  gegen  die  Slaven
gerichtete  Thätigkeit  Heinrichs  des  Löwen  eine  Art  von  Abschluß
erhalten:  der  Widerstand  des  störrischen  Volkes  war  gebrochen,  dem
deutschen  Element  der  Sieg  gesichert.  Ohne  eine  Erneuerung  der
auch  dieser  seiner  Lieblingspflanzung  so  oft  verderblich  gewordenen
Wirren  fürchten  zu  müssen,  konnte  der  Herzog  gerade  jetzt  das  Land
für  einige  Zeit  aus  seiner  eigenen  Aufsicht  lassen,  um  den  ihn  schon
seit  längerem  beschäftigenden  Plan  auszuführen  und  eine  größere
Wallfahrt  nach  dem  heiligen  Grabe  anzutreten.

1)  #gl.  Meklenb.  UB.  n.  100  2  ibid.  n.  101  (p.  101).
(p.  95).