266  2.  Buch.  8.  Kapitel.

Die  Herzogin  also  beauftragte  Heinrich  für  die  Zeit  seiner
Abwesenheit  mit  der  Wahrnehmung  seiner  Interessen  und  sie  schlug
dazu  ihre  Residenz  in  Braunschweig  auf.  Als  Vorsteher  ihres
Hofs  und  als  Beirath  in  allen  Angelegenheiten  gab  ihr  der  Herzog
zwei  seiner  Getreuen,  Ekbert  von  Wolfenbüttel  und  Heinrich  von
Lüneburg,  von  denen  sich  freilich  der  erstere,  wie  sich  später  zeigen
sollte,  des  von  seinem  Herrn  in  ihn  gesetzten  Vertrauens  unwürdig
erwies.)  Um  aber  auch  nach  außen  hin  die  Ruhe  seines  Herzogthums
  zu  sichern,  empfahl  Heinrich  dasselbe  dem  mächtigen  Schutze
des  nun  ja  mit  ihm  ausgesöhnten  Erzbischofs  Wichmann  von  Magdeburg.
  .

Die  Mehrzahl  seiner  Hofleute  bestimmte  Heinrich  ihn  auf  der
Reise  nach  Jerusalem  zu  begleiten,  so  namentlich  den  treuen  Guncelin
  von  Schwerin  und  Siegfried  von  Blankenburg;  auch  der  Slavenfürst
  Pribislav  schloß  sich  seinem  Gefolge  an;  von  Geistlichen
nahmen  der  Bischof  Conrad  von  Lübeck  und  die  Aebte  Heinrich  von
Braunschweig  und  Berthold  von  Lüneburg  daran  Theil.  Es  war
ein  zahlreicher  und  glänzend  ausgerüsteter  Zug,  der  sich  am

2  1F2.  20.  Januar  1172  )  von  Braunschweig  aus  zum  Antritt  der  abenteuerlichen
  Fahrt  in  Bewegung  setzte.  In  Regensburg  wurde  längere
Rast  gemacht:  noch  einmal  versammelte  Heinrich  dort  die  Großen  des
Landes  um  sich  und  verabschiedete  sich  bei  ihnen  am  Tage  Mariä
2.  Gebr.  Reinigung  durch  glänzende  Festlichkeiten.  Dann  setzte  er  die  Reise
mit  seinem  glänzenden  Gefolge,  dem  sich  in  Regensburg  noch  einige
baierische  Edle  angeschlossen  haben  mögen"),  weiter  Donau  abwärts
fort.  In  Kloster  Neuburg  besuchte  er  das  Grab  seiner  Mutter
Gertrud  und  hatte  mit  deren  zweitem  Gemahl,  Herzog  Heinrich

„des  gerte  di  edele  herzoginne,  eines  in  gloriam  suam  et  notam  perfdiee

incurrit.

richen  chuniges  barn.“  —  In  die
Zeit  Heinrichs  des  Stolzen  wird  das
Rolandslied  des  Psaffen  Conrad  gesetzt
  von  O.  Schade

1)  Arnold.  *56  1,  2:  Et  non
remansit  quisquam  maiorum  ercepto
Eeberto  de  Wolfenbotele,  quem  constituit
  dux  super  familiam  suam;
maxime  tamen  deputatus  est  in  ministerium
  dominae  ducissae..  Ministrabant
  ei  (ducissac)  Henriens  de
Luneburg  et  Eebertus  memoratus,  co
duod  ipse  fidelis  et  inciytus  haberctur
in  omni  domo  dueis.  Sed  res  aliter
cesserunt.  Ipse  enim  dedit  maculom

Vuze  Fraviter  multatus  est.
lähere  uns  siber  die  Treum
  Eelss  nicht  bekannt.

2)  ibid.  —  terrae  sune  tutelam
Wichmanno  archiepiscobo  Magdeburgensi
  consignans.  —

3)  Arnold.  Lub.  I,  3:  —  dux
Profectus  de  mnsnieh  vost,  roctavam
  Ebiphaniac  —.

4)  Die  von  Anwil3.  Lub.  I.  c.  als
Teilnehmer  genannten  Friedrich  v.

Sudbach  und  der  Markgraf  v.  Stire
haben  nach  der  Laurent'schen  Anmerkung
  den  Zug  nicht  mitgemacht.