Heinrichs  Reise  nach  dem  heiligen  Lande.  267
von  Oesterreich,  eine  Zusammenkunft:  aller  alte  Groll  zwischen  ihnen
schien  damit  vergessen  und  vergeben,  und  von  Weltlichen  wie  von
Geistlichen,  welche  zahlreich  herbeigeströmt  waren,  wurden  die  nun
ganz  versöhnten  Fürsten  mit  lautem  Jubel  begrüßt.)  Der  Besuch
bei  dem  Herzoge  von  Oesterreich  hatte  aber  außerdem  noch  den
Zweck,  die  fernere  Reise  des  Sachsenherzogs  zu  erleichtern  und  zu
sichern.  Heinrich  wollte  nämlich  zu  Schiff  die  Donau  hinabfahren,
um  durch  Ungarn  nach  Constantinopel  zu  ziehen  und  von  da  aus
nach  Palästina  überzusetzen.  Des  Herzogs  von  Oesterreich  Schwester
Agnes  nun  war  mit  dem  damaligen  Könige  von  Ungarn,  Stephan
  III.,  vermählt,  und  in  Folge  der  durch  diese  Familienverbindung
  zwischen  ihm  und  Ungarn  bestehenden  freundschaftlichen  Beziehungen
  konnte  Heinrich  Jasomirgott  dem  Unternehmen  des  Welfen
allerdings  sehr  nützlich  werden  und  wesentlich  zur  Sicherung  und
Erleichterung  desselben  beitragen.  Auch  ließ  er  es  an  keiner  Gunstbezeugung
  und  Aufmerksamkeit  gegen  seinen  Gast  fehlen.  In  Wien,
wohin  sich  Heinrich  der  Löwe  von  Kloster  Neuburg  aus  in  Begleitung
  des  Oesterreichers  begeben  hatte,  ließ  er  Schiffe  zu  der  Donaufahrt
  ausrüsten  und  mit  den  nöthigen  Vorräthen  an  Wein  und
Getreide  auf  das  reichlichste  versehen.  Dort  schloß  sich  dem  Zuge

auch  noch  der  Bischof  von  Worms  an,  um  denselben  bis  Censtantinopel

  zu  begleiten,  wohin  er  im  Auftrage  des  Kaisers  als  Gesandter
  ging.)  Von  Wien  aus  setzte  Herzog  Heinrich  dann  die
Reise  zu  Wasser  fort,  der  Sicherheit  halber  von  einer  Anzahl  österreichischer
  Schiffe  begleitet.  Die  zahlreichen  Rosse  schlugen,  von
den  Knappen  geleitet,  den  Landweg  ein,  und  zwar  so,  daß  sie  sich
alle  Abende  an  dem  zuvor  bestimmten  Landungsplatze  des  Herzogs
einfanden.  Alle  Morgen  vor  dem  Aufbruche  der  Reisenden  las  der
Abt  Heinrich  von  Braunschweig  eine  feierliche  Messe.)  Doch  ging
die  Reise  nur  langsam  von  statten.  Bald  nachdem  Heinrich  und  die

1)  Arnold.  Lub.  I,  3:  Et  ita
Processit  in  regnum  orientale  ad  vitricum
  suum,  nobilem  ducem  Henrioum.
  Qui  totus  festinus  ci  occurrit  in

regem  Grnecorum  Manuelem  pro  fllia
ipsius  fllio  suo  in  matrimonio  socianda.


castro  Nuenburg  cum  maximo  eleri
Plebisque  tripudio,  ubi  mater  eius,
domina  Gertrudis,  memorabilem  sortita
est  sepulturam.

Yidid.  Nec  Practereundum,  dnod
dominus  Wommatiensis  huic  itineri
ae  sociavit,  non  peregrinationis  causa.
sed  legatione  functus  imperntoris  ad

3)  Arnold.  Lub.  J.  7:  —  dui
etiam  in  omni  peregrinatione  illa  eilicio
  indutus  devotissimus  exstitit  in
abstinentiis,  in  orationibus,  primo
semper  diluculo,  antequam  castra  moverentur,
  completis  matutinorum  vigiliis,
  cum  pleno  oflicio  missarum  ei
solennia  celebrans  —  —

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