268  2.  Buch.  8.  Kapitel.

um.  Seinen  ungarisches  Gebiet  betreten  hatten,  bei  Wiesenburg  am  Einfluß
  der  Leitha  in  die  Donau,  wurden  sie  von  einem  Gesandten
Stephans  III.  empfangen,  um  unter  königlichem  Schutze  sicher  durch
4.  Mãrʒ.  das  Land  geleitet  zu  werden.)  Am  4.  März  1172  landeten  sie  bei
dem  festen  Gran,  wo  sie  die  Nachricht  von  dem  plötzlichen  Tode
Stephans  III.  schmerzlich  überraschte.,"  Da  der  König  der  Feindschaft
  seines  Bruvers  Bela  III.  zum  Opfer  gefallen  war,  so  mußten
  die  Reisenden  allerdings  fürchten,  als  Freunde  des  eben  Verstorbenen
  von  dem  neuen  Herrscher  feindlich  behandelt  zu  werden.
Doch  gelang  es  dem  Bischof  Conrad  und  den  Aebten  Heinrich  und
Berthold  sich  des  Schutzes  des  eben  damals  zum  feierlichen  Begräbniß
  Stephans  in  Gran  weilenden  Erzbischofs  zu  versichern,  so  daß
sie  ihre  Reise  unter  dem  sicheren  Geleite  des  sie  von  Wiesenburg
aus  führenden  Ungarn  weiter  fortsetzten  konnten.)  In  Gran
scheint  sich  aber  der  Herzog  Heinrich  von  Oesterreich,  dessen  Familieninteresse
  durch  den  plötzlichen  Tod  des  Ungarnkönigs  und  die
Verwittwung  seiner  Schwester  ernstlich  gefährdet  war  und  seine  Anwesenheit
  nöthig  machen  mußte,  von  Heinrich  und  seinen  Genossen
getrennt  zu  haben.  Einige  Tage  lang  setzte  dann  der  Herzog  von
Sachsen  seinen  Zug  in  der  angegebenen  Weise  ohne  bemerkenswerthen
  Zwischenfall  fort.  Bei  den  Stromschnellen  aber,  welche
die  im  Bett  der  Donau  befindlichen  Felsenriffe  in  der  Gegend  des
heutigen  Porecz  bilveten,  gerieth  Heinrich  und  seine  nächste  Umgebung
  in  augenscheinliche  Lebensgefahr.  Während  nämlich  die  übrigen
  Schiffe  glücklich  durch  die  Brandung  hindurch  steuerten,  wurde
das  des  Herzogs  gegen  einen  Felsen  geschleudert  und  litt  Schiffbruch;
  doch  wurde  es  durch  die  von  einer  auf  dem  hohen  Ufer  liegenden
  Burg  herbeicilende  Hülfe  vor  dem  gänzlichen  Untergange  gerettet.
  Einige  der  darin  befindlichen  aber,  wie  Guncelin  von
Schwerin  und  der  herzogliche  Truchseß  Jordan,  verdankten  ihr  Leben.
bloß  ihrer  großen  Gewandtheit  im  Schwimmen.)  Doch  wurde,
nachdem  man  das  beschädigte  Schiff  wieder  ausgebessert  hatte,  die

1)  Arnold.  Lub.  1,  3:  Cum  3)  ibid.  Consilio  autem  habito,

magna  ergo  commoditeste  ad  eivitatem,
dune  Mesenburg  dicitur,  pervenerunt.

2)  ibid.  Nam  ipsa  nocte  rex
voneno  interüt,  appotiatus,  ut  dicitur,
  a  fratre  suo.  Stephan  III.  starb
aber  am  4.  März  1172,  woraus  sich
die  Zeit  für  Heinrichs  Anwesenheit  in
Gran  genau  ergiebt.

missi  sunt  ad  archiepiscopbum,  qui
tunc  in  oivitate  constitutus  erat,  regii
funeris  exsequiis  oocupatus,  C.  episcopus,
  H.  abbas,  B.  abbas,  ut  ipsius
ordinatione  dux  Saroniae  ducem  itineris
  habere  posset.

4)  Arnold  Lub.  I,  4  init.