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270  2.  Buch.  8.  Kapitel.

Posten  waren  um  das  Lager  gufgestellt  und  die  ganze  Nacht  hindurch
  unterhielt  man  die  Wachtfeuer  brennend.  Plötzlich  wurden
diejenigen  von  den  Rittern,  welche  sich  bereits  dem  Schlummer
überlassen  hatten,  durch  den  von  verschiedenen  Seiten  her  erschallenden
  Schlachtruf  der  im  Walde  versteckten  Serben  aufgeschreckt.
Sofort  machte  sich  alles  zum  Kampfe  bereit  und  sammelte  sich  um
das  Banner,  des  feindlichen  Angriffs  jeden  Augenblick  gewärtig.
Der  Herzog  selbst,  in  dessen  Nähe  sich  auch  die  ihn  begleitenden
Geistlichen  zurückgezogen  hatten,  saß  mit  den  Seinen  vollständig  gewaffnet
  an  einem  riesigen  Holzstoß,  den  man  zur  Erleuchtung  des
Lagers  angesteckt  hatte.  Gespannt  warteten  alle  auf  den  Augenblick,
  wo  es  zum  Kampfe  kommen  würde,  nach  dem  auch  hier  wieder
  der  tapfere  Guncelin  von  Schwerin  sich  besonders  begierig
zeigte.  So  nahe  schon  waren  die  Feinde,  daß  plötzlich  ein  Pfeil
angeschwirrt  kam  und  mitten  in  den  Kreis  der  um  den  Herzog  versammelten
  Ritter  niederfiel.  Alles  griff  zu  den  Waffen:  da  meldeten
  plötzlich  die  am  andern  Ende  des  Lagers  mit  den  Pferden  haltenden
  Knappen,  daß  sich  die  Serben  eben  desijenigen  Theils  des
Lagers  bemächtigt  hätten,  wo  sich  die  Zelte  des  Bischofs  von
Worms  befanden;  ein  Ritter  und  zwei  Knappen  waren  dabei  gefallen.
  Sofort  wurden  zwanzig  auserlesene  Ritter  nach  dem  bedrohten
  Punkte  gesandt,  und  ihrem  muthigen  Dreinschlagen  mußten  die
durch  den  Verlust  ihres  Anführers  so  schon  in  Verwirrung  gerathenen
  Serben  schließlich  wieder  weichen.  Sie  wagten  nun  auch  nicht
den  beabsichtigen  Angriff  auf  das  Lager  des  Herzogs  selbst  auszuführen,
  sondern  zogen  sich  ohne  weitere  Feindseligkeiten  in  ihre
Stadt  zurück.)

So  waren  Heinrich  der  Löwe  und  die  Seinigen  der  augenscheinlichen
  Gefahr  glücklich  und  ohne  besonderen  Verlust  entgangen
und  setzten  am  andern  Morgen,  nachdem  ein  dichter  Nebel  ihren
Aufbruch  eine  Zeit  lang  verhindert,  ihre  Reise  ungestört  weiter  fort.
Ohne  besonderen  Zwischenfall  erreichten  sie  dann  Nicea,  das  heutige
  Nisch,  wo  sie  im  Namen  des  Kaisers  Emanuel  mit  glänzenden
Ehrenbezeugungen  empfangen  wurden.“)  Von  des  Kaisers  Abge-1)

  Ausführlich  berichtet  über  diesen  caluissct,  profecti  sunt  et  viderunt

Kampf  Arnold.  Lub.  1.  ohne  eminus  bostes  tota  die  insidiantes  —
Zweisel  nach  bem  üniche  Bericht  ct  sic  illacsi  transilo  nemore  tenuerunt
eines  der  Tleilnehme  ciritatem  Nioncam,  ubi  dux  honorißce

2)  ibid.  r  Fn  autem  mana  susceptus  est.
orta  est  nebula.  Cum  vero  sol  in-