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272  2.  Buch.  8.  Kapitel.

Nöthigen  auf  das  reichlichste  ausgestattetes  Schiff  ausrüsten  lassen
und  ihm  zur  Verfügung  gestellt.  Vom  Kaiser  hochgeehrt,  von  der
Kaiserin  mit  köstlichem  Sammet,  bunten  Fellen  uud  Zobelpelzen
reich  beschenkt,  traten  nun  der  Herzog  und  die  Seinen  ihre  Seefahrt
an.  Einem  heftigen  Sturm,  der  sie  überfiel  und  das  Schiff  an
der  felsigen  und  klippenreichen  Küste  zu  zerschellen  drohte,  entgingen
sie  schließlich  doch  noch  glücklich  und  landeten  wohlbehalten")  in
Accon  (St.  Jean  d'Acre).  Von  dort  eilten  die  Reisenden  dann  zu
Pferde,  zu  Maulthier  oder  zu  Esel  dem  Ziele  ihrer  Wallfahrt  entgegen.
  Voll  frommer  Begeisterung  sahen  sie  endlich  die  heilige
Stadt  vor  sich  liegen.  Auch  hier  wurde  Heinrich  mit  den  größten
Ehren  empfangen:  als  er  sich  an  der  Spitze  seines  ein  kleines  Heer
bildenden  Gefolges  der  Stadt  näherte,  zogen  ihm  die  Orden  der
Tempelritter  und  der  Hospitaliter  zu  feierlichem  Empfange  entgegen,
während  ihn  im  Innern  die  gesammte  Geistlichkeit  erwartete  und  unter
Hymnen  und  Lobgesängen  zur  Kirche  des  heiligen  Grabes  geleitete.)
Drei  Tage  blieb  Heinrich  in  Jerusalem,  von  dem  Könige  in  seinem
Pallast  auf  das  glänzendste  beherbergt."“,  Mit  freigebiger  Hand  spendete
  der  Herzog  vor  allem  der  Kirche  des  heiligen  Grabes  bleibende
Zeichen  seiner  Anwesenheit.  Nicht  bloß  eine  große  Summe  Geldes
schenkte  er  zu  ihrem  Besten,  sondern  er  ließ  sie  auch  auf  seine  Kosten
im  Innern  mit  kunstreicher  Musivarbeit  schmücken  und  die  Hauptthüre
  mit  reinem  Silber  auslegen.)  Außerdem  kaufte  Heinrich  in
Jerusalem  zwei  Häuser  an  und  bestimmte  den  Ertrag  derselben  zur
Unterhaltung  von  drei  ewig  brennenden  Lampen  in  der  Auferstehungskirche.')
  Von  Jerusalem  aus  besuchte  der  Herzog  dann  mit
den  Seinen,  vor  allen  dem  in  tiefster  Andacht  in  härenem  Mönchsgewande
  die  heiligen  Orte  durchwandelnden  Abte  Heinrich  von
Braunschweig,  sämmtliche  durch  die  heilige  Geschichte  geweihten
Stätten.  So  wallfahrtete  er  nach  dem  Thale  Josaphat,  nach  dem
Oelberg,  nach  Bethlehem  und  Nazareth.  Von  den  Tempelherren

geleitet  zog  Heinrich  auch  nach

1)  Arnold.  Lub.  I,  6.  —  wo  die
glückliche  Rettung  aus  der  Gefahr  einem
der  Wallfahrer  im  Traum  vorherverkündigt
  wird.

2)  ibid.  c.  7.

3)  ibid.  Rex  autem  in  domo  pro-Pria
  fecit  ei  cum  suis  convivium  per
triduum.

4)  ibid.  Obtulit  autem  dux  ad

dem  Jordan  und  stieg  in  das

sanctum  sepulerum  pecuniam  multam,
et  Basilicam,  in  qun  lignum  Domini
repositum  est,  ornavit  musivo  opere
et  ostia  einsdem  basilicae  vestivit  argento
  purissimo.

5)  Reg.  138  u.  Arnold.  Lub.  Le.
Deputavit  etiam  reditus  annuos  ad
cereos  comparandos  iugiter  ad  sanctum
sePulerum  arsuros.