Heinrichs  Reise  nach  dem  heiligen  Lande.  273
un  wirthsame  Gebirge  hinauf,  wo  der  Erlöser  in  vierzigtägigem  Fasten
gerungen  und  vom  Teufel  versucht  worden  sein  soll.  Von  dort  zurückgekehrt
  verweilte  er  auf  Einladung  des  Patriarchen  noch  zwei  Tage
in  Jerusalem  und  begab  sich  dann  nach  Accon  zurück.)  Das  Klima
und  die  Anstrengungen  der  Reise  aber  fingen  allmählich  an  in
seinem  Gefolge  Krankheit  und  Schwäche  zu  erzeugen,  namentlich
fingen  der  Bischof  Conrad  von  Lübeck  und  Abt  Berthold  von  Lüneburg
  an  zu  kränkeln.  Deshalb  trennte  sich  Heinrich  in  Accon  von
ihnen  und  eilte,  von  den  Templern  geleitet,  nach  Antiochien,  wo  er
von  dem  Fürsten  Boemund  III.  freundlich  und  ehrenvoll  aufgenommen
  wurde.)  Bischof  Conrad,  welcher  sich  nur  sehr  ungern  von
dem  Herzoge  getrennt  hatte,  beschloß  trotz  seines  leidenden  Zustandes
demselben  nachzureisen  und  machte  sich  zu  Schiff  nach  Antiochien
auf.  Unterwegs  aber  verschlimmerte  sich  sein  Zustand  so  sehr,  daß
er  sich  entschließen  mußte  in  Tyrus  zu  landen:  dort  starb  er  am

17.  Juli  1172  und  wurde  von  den  bei  ihm  befindlichen  Vassallen  7

des  Herzogs,  obenan  Guncelin  von  Schwerin,  mit  allen  Ehren  in
fremder  Erde  bestattet.  Der  Abt  Berthold  von  Lüneburg  gab  in
Folge  dessen  den  Plan,  dem  Herzog  zu  folgen,  auch  auf  und  kehrte
nach  Accon  zurück:  aber  auch  sein  Zustand  verschlimmerte  sich  zusehends
  und  schon  nach  drei  Tagen  erlag  er  seinem  Leiden.)  Der
Herzog,  durch  den  Verlust  dieser  beiden  ihm  so  nahe  stehenden
Männer  auf  ras  Schmerzlichste  getroffen,  hatte  von  den  mit  ihm
aus  der  Heimath  aufgebrochenen  Geistlichen  nun  nur  noch  den
treuen,  unermüdlichen  Abt  Heinrich  von  Braunschweig  bei  sich.
Von  Antiochien  aus  hatte  Herzog  Heinrich  eigentlich  die  Absicht
  die  Rückreise  ganz  zu  Lande  durch  Kleinasien  zu  machen.  Doch
war  dies  insofern  bedenklich,  als  er  dann  durch  das  Gebiet  des
zwar  zum  Christenthum  bekehrten,  aber  den  Christen  entschieden
feindlichen  und  mit  Boemund  III.  von  Antiochien  in  steter  Fehde
liegenden  Armenierfürsten  Malech  ziehen  mußte,  und  daher  ernstlichen

  Gefahren  ausgesetzt  war.

1)  Amold.  Lub.

2)  Arnold.  *  B¾  8:  lnde  reversus
  in  Accaron  vel  Acoon  et  ita
valedicens  omnibus,  etiam  suis,  —  —
Profectus  est  Antiochiam  —  —.  Conradus
  autem  episcopue  egrotabat  infirmitate.


3)  ibid.  Crescente  autem  corporis
molestia,  cum  iam  applicerent  ad  eivi-Prut,

  Helrrich  der  Löwe.

Auf  des  Herzogs  Bitte  um  Getatem.

  quae  Surs  dicitur  vel  Tyrus,
upiritum  reddidit.  Cuins  corpus  in
einitatem  porlatum  honecstissime  terrae
reconditum  est,  agente  id  Guncelino
comite  et  aliis  amioorum  dueis  —  —.

4)  ibid.  Bertholdus  autem  abbas
rediens  garon  post  triduum  et  ipse
vitam  üunü

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1172.