Heinrichs.  Reise  nach  dem  heiligen  Lande.  275
große,  durch  das  Unglück  Conrads  III.  und  seines  Kreuzfahrerheers
übel  berufene  Einöde,  welche  er  jedoch  glücklich  durchzog:  von  da
traten  sie  in  einen  großen,  auf  der  Grenze  zwischen  griechischem  und
türkischem  Gebiete  liegenden  Wald  ein.  Nach  dreitägigem  anstrengenden
  Marsche  kamen  sie  zu  der  ersten,  griechischen  Stadt,  deren
Name  als  Burg  der  Alemannen  angeführt  wird"),  dann  weiter  in  das
mit  hohen  Ringmauern  und  Thürmen  stattlich  befestigte  Aniko.)
Nachdem  die  Reisenden  von  dort  aus  über  den  Hellespont  gesetzt,
zogen  sie  von  Gallipoli  zu  Lande  weiter  nach  Constantinopel.  Daselbst
  nahmen  sie  ihre  beim  Antritt  der  Seefahrt  nach  Accon  zurückgelassenen
  Pferde  wieder  in  Empfang  und  zogen  nach  Magnopolis,
um  den  gerade  dort  verweilenden  Kaiser  noch  einmal  zu  begrüßen.
Auch  diesmal  wurde  der  Herzog  von  Emanuel  höchst  ehrenvoll  aufgenommen;
  die  glänzenden  Geschenke  aber,  welche  ihm  der  Kaiser
anbot,  aus  vierzehn  mit  Gold  und  Silber  und  den  schönsten  seidenen
  Gewändern  beladenen  Maulthieren  bestehend,  schlug  er  aus,
erbat  sich  vielmehr  und  erhielt  auch  einige  von  ihm  ersehnte  Reliauien;
  voch  fügte  der  freigebige  Kaiser  denselben  noch  eine  kostbare
Sammlung  von  Edelsteinen  bei.  )  Nachdem  er  sich  dann  von  demselben
  verabschiedet,  zog  Heinrich  mit  seiner  stattlichen  Begleitung
weiter  nach  Nicäa,  durch  ven  schon  auf  der  Hinreise  paffierten  bulgarischen
  Wald  nach  Ungarn,  wo  er  von  dem  neuen  König  Bela  III.
freundlich  ausgenommen  und  unter  sicherem  Geleite  weiter  geschickt
wurde.  Ohne  Fährlichkeit  erreichte  er  so  Baiern.)  Dort  entließ
er  seine  Begleiter,  sandte  die  reichen  Geschenke  aller  Art,  die  er  mit
sich  brachte,  nach  Braunschweig  voraus  und  eilte  dann  selbst  nach
Augsburg  um  den  eben  dort  verweilenden  Friedrich  I.  zu  begrüßen.)

)  Welcher  Ort  damit  eigentlich  gemeill

  ist,  läßt  sich  nicht  ermittelu:  denu
an  Germanikopolis  und  Gangre  kann,
#l  schon  Böttiger  H.  d.  L.  p.  293
richtig  bemerkt  hat,  wegen  seiner  zu
zee  Lage  nicht  wohl  gedacht

.  M#ol.  Lub.  I,  10:  Indo

Profectus  pervenit  ad  urbem  fortissimam

  muro  et  turribus  multis  in  eireuitu
  venustissime  ornatam  et  fortissime
  firmatam,  quae  dicitur  Anikke  —.

3)  Arnold.  Lub.  I,  12.

4)  ibid.  —  venit  ad  regem  Lugarorum,
  qui  tuno  noviter  creatus  erat
et  regnum  fratris  obtinuerat.  Qui
honestissime  suscepit  eum,  dans  ei
conductum  per  terram  suam  et  ita
dux  roversus  est  in  fines  suos.

5)  ibid.  Post  haoe  abiit  ad  imperatorem,
  qui  tunc  erat  in  civitate
Augusta,  et  laetatus  est  multum  de
adventu  ipsius  et  qduia  salvum  illum
recepit.

18°

1172.