Von  der  Rückkehr  aus  dem  heiligen  Lande  rc.  277

Lande  mitgebracht  haben  mochte,  kaum  anders  zu  erwarten  war,  1
zunächst  mit  Vorliebe  auf  die  kirchlichen  Dinge.  Damals  fing  er
nach  Beseitigung  des  bisher  an  seiner  Stelle  stehenden  Stifts  an,
den  Dom  zu  Braunschweig  zu  bauen,  dessen  Fortführung  freilich
bald  durch  die  neuen  Kriegsstürme  unterbrochen  wurde:  erst  am  Abend
seines  Lebens,  als  er  seines  weltlichen  Glanzes  beraubt  einsam  auf
seiner  Burg  zu  Braunschweig  saß,  konnte  er  dieses  auf  dem  Gipfelpunkt
  seiner  Macht  begonnene  Werk  seiner  Vollendung  entgegenführen.)
  Der  Dom  wurde,  wie  schon  das  alte  Stift  es  gewesen  war,
dem  Schutzpatron  Braunschweigs,  St.  Blasius,  geweiht.  Die  kostbarsten
  der  von  seiner  Wallfahrt  mitgebrachten  Reliquien  wurden
für  diese  Kirche  bestimmt,  die  übrigen  an  andere  von  ihm  gestiftete
vertheilt.  So  erhielten  außer  dem  Braunschweiger  Dom  auch  noch
vie  Kirche  zu  Hildesheim?)  und  die  zu  Schwerin?)  kostbar  in  Gold
und  Edelsteine  gefaßte  Splitter  des  heiligen  Kreuzes.  Die  Kirche
zu  Wismar  beschenkte  Heinrich  mit  einem  Theil  des  als  köstlichste
Reliquie  mitgebrachten  Blutes  Christi.)  Freigebig  verwandte  er  all
die  werthvollen  Stoffe,  Seide  und  feines  Tuch,  die  er  in  Constantinopel
  und  von  dem  Sultan  von  Iconium  geschenkt  bekommen
hatte,  um  daraus  den  Geistlichen  kostbare  Gewänder  zu  dem  heiligen
Dienste  anfertigen  zu  lassen.)

Nur  auf  kurze  Zeit  wurde  diese  ganz  den  kirchlichen  Interessen
gewidmete  Thätigkeit  des  Herzogs  durch  eine  Reise  an  den  Hof  des
Kaisers  unterbrochen.  Im  Anfang  des  Juni  1173  finden  wir  ihn  #/#.  dun.
mit  einer  Anzahl  sächsischer  Fürsten,  wie  dem  Markgrafen  Otto  von
Brandenburg,  dem  Landgrafen  Ludwig  von  Thüringen,  und  begleitet
von  seinen  Getreuen,  den  Grafen  Ludolf  von  Wöltingerode,  Conrad
von  Regenstein,  Guncelin  von  Schwerin,  Albert  von  Wernigerode
und  anderen  am  Hofe  des  Kaisers  zu  Frankfurt?),  wo  vermuthlich

1)  Arnold.  I.  ub.  I,  12:  Erat
autem  idem  princeps  devotissimus  i

3

3)  Bgl.  die  Historia  de  duce  Heinrioo
  Leonc  et  de  Heinrico  episcopo

ornatu  domus  Dei,  ut  in  ecclesia  beatt
Blasii,  quae  est  in  Brunswig  civitate,

uam  tamen  adversitatibus  succedentibus
  —  ad  libitum  non  consummarit.
Vgl.  über  Bau  und  Ansstattung  des
D  die  lehrreiche  Abhandlung  von

Bethmann,  „Die  Gründung  Braunchweigs
  und  d  Don  Heinrichs  des

wen“  —  in  manns  Illußr.
7*i2  Pó  Monatteftel  ê  59  (August

2)  Reg.  139.

Lubecensi,  von  der  Lappenberg
handelt  Trchio  VI,  p.  653  ff.,  namentlich
  p.
4)  Hris  —nm  wird  Erwähnung
  gethan  in  einer  Urk.  aus  dem
.  vuerll  in  p.  520.
5)  Ar#nons  T.  ub.  2:  De  optimis
  etiam  palliis  ad  —N—’-  divini
servitii  fecit  casulas  plurimos,  dalmaticas
  et  ornavit  ecclesiam.
6)  Reg.  140.