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280  2.  Buch.  9.  Kapitel.

sich  auf  das  engste  an  Waldemars  Rivalen,  den  Sach  senherzog
anschloß.  s
Seine  friedliche  Thätigkeit  mußte  Herzog  Heinrich  aber  zu  Anfang

  des  Jahrs  1174  unterbrechen,  um  sich  den  Angelegenheiten

10.  Juli.

11.  Aug.
1174.

seines  baierischen  Herzogthums  und  der  Verhandlung  der  großen
kirchlichen  Streitfragen  zu  widmen,  die  das  Reich  noch  immer  in
seinen  Grundfesten  durchbebten.  Schon  im  Juli  1173  war  er  wieder
  am  Hofe  des  Kaisers  in  Frankfurt  gewesen"),  wo  wegen  des.
bevorstehenden  neuen  Zuges  nach  Italien  wichtige  Verhandlungen
schweben  mochten.  Dann  war  er  wieder  nach  Sachsen  zurückgekehrt:
  am  14.  August  1173  ist  er  zu  Paderborn..)  Aber  schon  zu
Anfang  des  neuen  Jahres,  1174,  begab  er  sich  wieder  zu  dem  Kaiser.
Friedrich  hatte  die  Ausführung  des  schon  vor  zwei  Jahren  beschlossenen
  neuen  Zuges  nach  Italien  für  den  Herbst  vieses  Jahres  festgesetzt.
  Noch  nie  waren  die  Verhältnisse,  die  seiner  dort  warteten,
so  entschieden  ungünstig  gewesen,  noch  nie  hatten  sich  ihm  so  ungeheure
  Schwierigkeiten  in  den  Weg  gestellt.  Die  kühne  Thätigkeit.
des  schon  seit  längerer  Zeit  nach  Italien  vorausgesandten  Erzbischofs
Christian  von  Mainz  hatte  nur  dazu  gedient,  die  Größe  der  Gefahr
  ganz  klar  zu  machen,  den  zu  allem  entschlossenen  Muth  des
lombardischen  Bundes  auf  das  Aeußerste  kühnen  Trotzes  gesteigert.
Die  beiden  Mächte,  welche  Friedrich  bisher  einzeln  bekämpft  hatte  —
und  schon  so  war  ihre  Ueberwindung  zweifelhaft  —  hatten  sich  jetzt
zu  einem  festen  Bunde  vereinigt:  der  Kampf  auf  kirchlichem  Gebiet
gegen  Alexander  III.  fiel  nun  zusammen  mit  dem  auf  weltlichem  zu.
führenden  gegen  die  stolzen  lombardischen  Städte.  Gleichsam  verkörpert
  hatte  sich  dieses  gefährliche  Bündniß  der  mächtigen  Feinde
des  Kaisers  in  der  von  den  Lombarden  erbauten  und  zu  Ehren  des
von  Friedrich  nun  seit  Jahren  vergeblich  bekämpften  Papstes  Alessandria
  genannten  starken  Festung.  In  ihr  vertheidigten  die  Lombarden
  Alexander  III.  als  den  rechtmäßigen  Papst:  und  als  Friedrich
  an  ihren  Mauern  gescheitert  war,  war  er  auch  zugleich  seinem
alten  Gegner  in  Rom  unterlegen.

Es  war  ein  Entscheidungskampf,  zu  dem  Friedrich  jetzt  aufzubrechen
  im  Begriff  war.  Deutschland  mußte  er  daher  so  lange
sich  selbst  überlassen:  aber  er  war  bemüht,  vor  seinem  Aufbruch
nach  Italien  alle  Angelegenheiten  des  Reichs  so  zu  ordnen  und  zu

1)  Reg.  142.  2)  Reg.  143.