284  2.  Buch.  9.  Kapitel.

un.  teten  diesem  Urtheile  bei;  die  salzburger  Ministerialen  sowie  die
anwesenden  Fürsten  schlossen  sich  ihm  an:  nur  der  Oheim  des
Entsetzten,  Heinrich  von  Oesterreich,  weigerte  sich  entschieden,  seine
Zustimmung  zu  geben.  Sofort  schritt  nun  das  Salzburger  Capitel
zu  einer  neuen  Wahl,  welche  auf  Heinrich,  den  Propst  von  Berchtesgaden,
  fiel.  Der  Kaiser  billigte  dieselbe  und  ertheilte  dem  Erwählten
  sofort  die  Regalien.  Zum  Zeichen,  daß  auch  sie  ihn  als
rechtmäßigen  Erzbischof  von  Salzburg  anerkannten,  ließen  die  anwesenden
  Fürsten,  welche  von  der  Salzburger  Kirche  Lehen  inne
hatten,  dieselben  sich  von  ihm  neu  auftragen  und  leisteten  ihm  den
üblichen  Lehnseid:  allen  voran  that  dies  Herzog  Heinrich  der  Löwe
selbst.)  Damit  war  der  letzte  und  hartnäckigste  Anhänger  Alexanders
  III.  im  Reiche  zwar  nicht  besiegt,  aber  doch  für  den  Augenblick
beseitigt:  ob  er  besiegt  war  oder  nicht,  sollte  sich  erst  durch  den
ferneren  Lauf  der  Dinge  in  Italien  zeigen.  In  Regensburg  verabschiedete
  sich  der  Kaiser  dann  auch  von  den  Fürsten  und  brach  an
der  Spitze  eines  mächtigen  Heeres  gegen  Italien  auf:  er  zog  seinem
Verhängniß  entgegen.  Und  wie.  verschieden  von  dieser  letzten  sollte
seine  Begegnung  mit  seinem  gewaltigen  Vetter,  Herzog  Heinrich  dem
Löwen,  sein!
Heinrich  seinerseits  verweilte  nach  dem  Regensburger  Reichsn.
  Sept.  tage  noch  längere  Zeit  in  Baiern.  Am  17.  September  finden  wir
ihn  in  Ehingen,  wo  er  dem  Kloster  Kremsmünster  die  ihm  von  seinen
  Vorfahren  gemachten  Schenkungen  bestätigt  und  selbst  neue
20.  Set.  hinzufügt.:)  Einige  Tage  darauf  giebt  er  zu  Ranshofen  seine  Zustimmung
  zu  der  von  einigen  seiner  Ministerialen  gemachten  Schenkungen
  der  Güter  Legmos  und  Rotenbach  an  das  Kloster  Ranshofen.')
  Von  allen  Seiten  wurden  Klagen  über  Raub  und  Gewaltthat
  vor  ihn  gebracht.  So  erschienen  jetzt  Abgesandte  der
Reichersberger  Kirche  bei  ihm  mit  schweren  Beschuldigungen  gegen
einen  baierischen  Edlen,  Heinrich  von  Stein.  Derselbe  hatte  nämlich
  einen  im  Jahr  1161  zwischen  der  Reichersberger  Kirche  und

)  Vgl.  den  ausführlichen  Bericht
bber  diese  Regensburger  Verhandlungen
im  Chron.  Magni  Presbyteri
Mon.  8S.  XVII,  p.  498:  Imperator
ctiam  sine  mora  inustitiam  suem  ei
recognowt  et  eeclesine  Salzburgenei,
toto  episcopatu  cum  omnibus  regalibus
  per  sceptrum  ei  consessio  valde
sollempniter  coram  omni  illa  curia  et

Prineipidue,  qui  et  omnes  a  primo
uee  Bawariae  et  Salonige  incipientes,
benesloia  sun  ab  eo  oum  multa  reverentia
  et  honore  reduirentes  et  hominia
  facientes  coram  imperatore  accerunt.



2)  Reg.  149.

3)  Reg.  150.