Der  Bruch  mit  dem  Kaiser.  293

her'),  man  unterhandelte  und  stellte  Bedingungen,  —  es  blieb  vergeblich.


Ueber  den  Gang  und  Inhalt  dieser  Unterhandlungen  aber,  durch
welche  der  Kaiser  den  Sachsenherzog  zur  Theilnahme  an  dem  neuen
Zuge  nach  Italien  zu  bewegen  suchte,  sind  wir  so  gut  wie  gar  nicht
unterrichtet  und  nur  aus  den  entstellten  und  oft  irrthümlichen  Angaben
  der  späteren  Schriftsteller  können  wir  vermuthen  —  aber
auch  nur  dies  —,  worin  die  Ursachen  dieses  so  plötzlichen,  für
beide  gleich  verhängnißvollen  Bruches  zwischen  dem  Hohenstaufen
und  dem  ihm  bisher  so  eng  verbundenen  Welfen  zu  suchen  sind.

Als  Friedrich  I.  seinem  Vorgänger  Conrad  III.  auf  dem  Throne
der  römischen  Kaiser  deutscher  Nation  gefolgt  war,  hatte  er  das
Reich  in  einem  traurigen,  unruhigen  Zustande  gefunden.  Waren
die  Hohenstaufen  doch  zu  Macht  und  Ansehen  gekommen  in  rebellischem
  Ringen  gegen  den  sächsischen  Lothar  und  hatte  doch  dieser
Kaiser  eben  im  Gegensatze  gegen  dies  kühn  aufstrebende  Haus  seinen
Schwiegersohn,  Heinrich  den  Stolzen,  in  den  Besitz  zweier  Herzogthümer
  gesetzt  und  ihn  damit  zu  dem  mächtigsten  Fürsten  des  Reiches
gemacht,  ja,  ihm  dadurch  eine  Stellung  eingeräumt,  in  der  er  den
Kaiser  selbst  fast  an  Macht  übertraf.  Als  dann  nach  dem  Tode
Lothars  III.  nicht  Heinrich  der  Stolze,  welcher  sich  die  Nachfolge
völlig  gesichert  glaubte,  sondern  —  eben  aus  Furcht  vor  der  übergroßen
  Macht  der  Welfen  —  der  Hohenstaufe  Conrad  auf  den  Thron
erhoben  wurde,  dieser  aber  seine  Regierung  damit  begann,  daß  er  die
Welfen  unschädlich  zu  machen  suchte,  da  brach  jener  verhängnißvolle
Kampf  aus,  welcher  die  ganze  Regierungszeit  Conrads  III.  erfüllte
und  mit  äußerster  Erbitterung  geführt,  ganz  Deutschland  in  zwei
große,  einander  feindlich  gegenüberstehende  Parteien  zerspaltete.  Als
dann  nach  dem  plötzlichen  Tode  Heinrichs  des  Stolzen  eine  Versöh--nung
  zu  Stande  gekommen  war,  welche  man  durch  eine  neue  Verbindung
  der  beiden  Familien  zu  befestigen  bemüht  war,  so  hatte
doch  der  Friede  auch  dann  nur  kurze  Dauer,  und  immer  wieder
brach  der  alte,  nur  scheinbar  gedämpfte  Haß  in  neuen  Flammen
hervor.  Und  diese  fortdauernde  Feindschaft  mit  den  Welfen  ist  es
auch  gewesen,  welche  Conrads  Regierungszeit  trotz  mancher  treff-Tbesaur.

  epist.  VI,  1.  res  Geleit  erbittet:  „ut  nuntium  gog-###
  —i  sich  ein  Brief  des  Kaisers  nati,  ducis  Saxoniae,  usque  Nuenbero
2  den  Paniarchen  von  Aglai,  worin  secure  conducat.“
er  für  einen  Gesandten  Heinrichs  siche-