Heinrich  d.  L.  im  Kampfe  mit  Ulrich  von  Halberstadt  u.  s.  w.  307

nigfachem  Haver  und  fast  ununterbrochner  Fehde  gelegen,  sondern  er  um.
war  es  auch  gewesen,  dessen  Waffen  ihn  als  einen  Anhänger
Alexanders  III.  und  somit  einen  Feind  des  Kaisers  aus  seinem  Bisthume
  verjagt  und  den  Gero  an  seine  Stelle  gesetzt  hatten.  Dies
alles  wollte  Ulrich,  nach  Halberstadt  zurückgekehrt,  den  mächtigen,
nun  mit  dem  Kaiser  verfeindeten  und  daher  nicht  mehr  unbesiegbaren
Herzog  entgelten  lassen.  Danach  also  hatte  sich  der  Herzog  von
dem  wieder  eingesetzten  Bischofe  des  Schlimmsten  zu  versehen.

Mit  Recht  hielt  daher  Heinrich  seine  Anwesenheit  in  Sachsen
selbst  für  unumgänglich  nöthig.  Aber  die  Vertheidiger  Demmins
machten  noch  keine  Miene,  sich  zu  ergeben,  und  wenn  er  den  Kampfplatz“
  nicht  als  Sieger  verließ,  konnten  leicht  die  Grenzen  Sachsens
von  dieser  Seite  her  ernstlich  gefährdet  werden:  und  bei  den  Kämpfen,
welche  ihm  bevorstanden,  mußte  dem  Herzoge  doch  vor  allem  daran
gelegen  sein,  sich  wenigstens  nicht  nach  zwei  Seiten  hin  vertheidigen
zu  müssen.  Er  hielt  eine  Berathung  mit  den  vertrautesten  seiner
Leute,  namentlich  seinem  Maschinenmeister  Friedrich,  welcher  die
Belagerung  leitete  und  sich  bereit  erklärte,  in  drei  Tagen  die  ganze
Stadt  durch  eine  Feuersbrunst  in  einen  Schutthaufen  zu  verwandeln.
  Diese  Maßregel  aber  erschien  dem  Herzoge  zu  hart  und
grausam,  er  fürchtete,  daß  die  Slaven  dadurch  nur  noch  mehr  erbittert
und  zum  leidenschaftlichsten  Widerstande  angespornt  werden  würden.
Gerade  dies  aber  wollte  er  vermeiden  und  sich  vor  den  Slaven  für
die  nächste  Zeit  Ruhe  schaffen,  um  sich  dem  Kampfe  in  Sachsen
widmen  zu  können.  Der  Maschinenmeister  erklärte  sich  darauf  bereit,
  binnen  drei  Tagen  die  Stadt  wenigstens  zu  Unterhandlungen
zu  nöthigen?!).  Die  Vertheidiger  zum  Frieden  zu  bringen,  begann
man  mit  neuem  Eifer  und  der  Anspannung  aller  Kräfte  das  Belagerungswerk.
  Wirklich  setzte  man  den  Feinden  auch  so  erfolgreich
zu,  daß  sie  schon  nach  drei  Tagen  zu  unterhandeln  begannen  und,
wenn  die  Stadt  auch  nicht  in  die  Gewalt  des  Herzogs  kam,  sich  doch
verpflichteten,  Frieden  zu  halten  und  zur  Bekräftigung  dieses  Versprechens
  Geiseln  stellten.  So  hatte  Heinrich  wenigstens  einen
ehrenvollen  Rückzug  erlangt  und  die  Sicherheit  gewonnen,  nicht
sofort  wieder  beunruhigt  zu  werden.  Er  hob  die  Belagerung  auf
und  eilte  so  schnell  wie  möglich  nach  Braunschweig.)

1)  Arnold.  Il.  c.  Brunswig.  —  Ann.  Pegav.  p.  261:

2)  ibid.  —  acceptis  obsidibus  —  ibi  obsidibus  et  pace  acceptis  reduasi
  infecto  negotio  reversus  est  dierunt.  —  Ann  Palid.  p.  94  geben
*