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308  3.  Buch.  2.  Kapitel.

Dort  angekommen  fand  Heinrich  die  Befürchtungen,  welche  die
Nachricht  von  Ulrichs  Rückkehr  nach  Halberstadt  in  ihm  erregt
hatte,  nur  allzu  begründet.  Kaum  nämlich  war  Ulrich  in  sein  Bisthum
  wieder  eingesetzt,  als  er  in  allen  seinen  Anordnungen  die
offenste  Feindschaft  gegen  den  Herzog  zur  Schau  trug.  Er  entsetzte
nicht  bloß  alle  von  seinem  Vorgänger,  dem  Heinrich  befreundeten
Bischof  Gero,  ordinierten  Geistlichen  ihres  Amtes,  sondern  forderte
  vom  Herzoge  auch  alle  der  Halberstädter  Kirche  gehörigen
Güter  zurück,  welche  ihm  jener  zu  Lehen  gegeben  hatte.  Dazu
war  er  allerdings  nach  dem  zwischen  dem  Kaiser  und  dem
Papste  geschlossenen  Frieden  nicht  bloß  berechtigt,  sondern  eigentlich
sogar  verpflichtet;)  aber  er  ließ  sich  daran  nicht  genügen,  sondern
zeigte  nur  zu  bald,  daß  er  es  auf  offene  Gewalt  ankommen  lassen
wollte.  Nicht  fern  von  Halberstadt  nämlich,  auf  einem  dazu  sehr
günstig  gelegenen  Berge  baute  Ulrich  eine  Festung:  daß  er  dabei
nichts  anderes  beabsichtigte  als  sich  sowohl  eine  Schutzwehr,  wie
einen  Ausgangspunkt  zu  Angriffen  gegen  den  Herzog  von  Sachsen
zu  errichten,  liegt  auf  der  Hand.  Heinrich  der  Löwe,  dem  eine
so  gefährliche  Nachbarschaft  nicht  genehm  sein  konnte,  war  weit
davon  entfernt,  dies  ruhig  geschehen  zu  lassen;  vielmehr  sandte  er
eine  Schaar  seiner  Krieger  und  dieser  gelang  es  denn  auch,  die  noch
nicht  ganz  vollendete  Burg  zu  zerstören..)  Da  er  aber  auf  den
Beistand  der  übrigen  Fürsten  rechnen  konnte,  so  begann  Ulrich  das
eben  erst  gestörte  Unternehmen  schon  nach  zwei  Monaten  von
Neuem,  aber  die  Kälte  des  Winters  und  der  reichliche  Schneefall
machten  seine  Vollendung  unmöglich.)  Mit  Hülfe  des  Markgrafen
Otto  von  Meißen  aber  und  des  Grafen  Bernhard  gelang  es  dem

die  Dauer  der  verzeblichen  Belagerung
auf  zehn  bochen

1)  Instr.  Facle  Anagn.  art.  11
(ap.  Waktorich.  II.  599):  „Alienationesa:
Gerone  factae  et  beneficin  data  similiter,
  et  ab  omnibus  intrusis,  auctoritate
  pontifleis  et  imperatoris  delebuntur
  ct  suis  ecclesiis  restituentur.“
Arnold.  Lub.  I,  17:  „quia  saventibus
  principibus  orientalibus  contra
ducem  Henricum  multa  moliri  ———
Ann.  Pegav.  a.  1179  (p.  262):  Uodelrious.
  .  .  omnes  a  Gerone  ordinatos
  et  statuta  omnia  eius  immutarit,
ducem  et  omnes,  qui  a  Gerone  bene.
floia  susceperant,  en  demittere  coegit.

2)  Arnold.  Lub.  II,  6:  rieus

  autem  Halberstadensis  occupavit
montem  quendam,  qui  Hopelberg  diceitur,
  fürmans  illic  prnesidium  et  adiuvabant
  eum  manus  orientalium.  Quod
audiens  dux  venit  illic  cum  multitudine
  armatorum  et  abjectis  bostibus
fregit  munitionem.  —  Ann  id.
p.  95:  O.  episcopus  auxzilio  princihum
orientalium  collem  qduendam  bau
Procul  a  eiritate  Ialberstad  ceperat
edilicare,  sed  inpediente  duce  opus
exstructam  igne  consumitur.

3)  Ann.  Palid.  l.  c.  Post  duos
menses  rursus  episcopus  predictum
opus  adgressus,  nive  magna  cadente
ceptis  destitit.