Heinrich  d.  L.  im  Kampfe  mit  Ulrich  von  Halberstadt  u.  s.  w.  309

Bischofe  im  Frühjahre  1178  die  Festung  wiederherzustellen.  Sofort
eilte  Heinrich  an  der  Spitze  der  Seinen  heran,  um  die  ihm  gefährliche
Burg  abermals  zu  zerstören,  aber  auch  diesmal  gelang  es  dem  Erzbischof
  von  Magdeburg,  den  wirklichen  Kampf  zu  verhindern.  Einige
Anhänger  Heinrichs  aber  führten  das  Unternehmen  dennoch  auf  eigene
Hand  aus  und  legten  den  kaum  vollendeten  Bau  von  Neuem  in
Asche.  Da  ließ  auch  Wichmann  von  Magdeburg  seine  bisher
so  nachdrücklich  festgehaltene  Vermittlerrolle  fallen  und  schloß  sich
dem  Bischof  von  Halberstadt  an,  um  ihn  nun  auch  seinerseits  bei
dem  Bau  der  Festung  zu  unterstützen.)  Zum  Schutze  derselben
versammelten  die  mit  Ulrich  verbündeten  Fürsten  dabei  eine  beträchtliche
  Heeresmasse.  Gegen  diese  entsandte  Heinrich  der  Löwe  einen
seiner  Getreuen,  den  Pfalzgrafen  von  Sommerschenburg,  mit  einer
zahlreichen  Mannschaft.  In  der  Nähe  eines  großen  Sumpfes
lagerte  sich  derselbe  den  verbündeten  Fürsten  gegenüber.  Aber  sei
es,  daß  er  diese  Stellung  schlecht  gewählt  hatte,  sei  es,  daß  er  es
an  der  nöthigen  Wachsamkeit  fehlen  ließ,  genug,  es  gelang  einer
kleinen  Abtheilung  der  Feinde  unter  Führung  des  Grafen  Bernhard
von  Anhalt  die  Truppen  des  Herzogs  durch  einen  unerwarteten
Angriff  auseinander  zu  sprengen.  Die  vorzeitige  Flucht  ihres  Führers
  vollendete  die  Niederlage.  Mehr  als  vierhundert  Gefangene
nebst  vielen  Pferden  und  Waffen  kamen  in  die  Hände  der  Sieger;
der  Kampf  hatte  die  Herzoglichen  nur  wenig  gekostet;  wohl  aber

1176.

kamen  auf  der  Flucht  viele  in  den  umgebenden  Sümpfen  um  oder

zerstreuten  sich  nach  verschiedenen  Gegenden.  Triumphierend  zog  der
Sieger  mit  seiner  Beute  nach  Halberstadt  zurück.)  Doch  war  die
Frucht  des  Sieges  nicht  eben  bedeutend:  denn  bald  darauf  kam
von  dem  Kaiser,  der,  auf  der  Heimkehr  nach  Deutschland  begriffen,
die  Nachricht  von  den  neuen  schlimmen  Verwickelungen  in  Sachsen
erhalten  hatte,  an  die  gegen  Heinrich  den  Löwen  verbündeten  Fürsten
  das  Gebot,  von  dem  ferneren  Bau  der  begonnenen  Festung
abzustehen.)  -

1)  Ann.  Pegav.  1.  c.  Iterum  cundo  eis  oceurreret  exereitus  ducie,
eepiscopbus  Wiemannus,  diligentior  de  illi  invalescentes  hoe  in  sugam  verterunt
Dece  interrupta  et  rursus  reparanda,  et  Plurimis  captivatis  spolis  multa.
suo  et  omnium  principom  auzilio  aneceperunt.  Multi  otiam  ibi  perierunt
zanh.  *  Promiieit,e  suffocati  in  loeis  palustribus.

berichten  aus-  3)  Ann.  Pegav.  1178  p.  262;:
*  er  47  *  Arnold.  Legatione  tamen  imperatoris  et  praet
  illi  resumtis  viribas  cepto  eandem  urbem  reparare  eunt

2  1  ie  Cumque  se-  inhibiti.