118.

31.  Oct.

1129.

Januar.

21.  Jun.

312

3.  Buch.  2.  Kapitel.

den  Energie  vor,  vielmehr  steht  seine  langsame,  gleichsam  das
Aeußerste  zu  verhindern  bemühte  Handlungsweise  in  einem  entschiedenen
  Gegensatze  zu  dem  gehässigen,  von  Gier  nach  Vergrößerung
eingegebenen  Eifer  der  Fürsten.  Auch  scheint  Heinrich  der  Löwe
selbst  den  Kaiser  nicht  für  seinen  gefährlichsten  Gegner  gehalten  zu
haben,  noch  nicht  von  Friedrichs  Unversöhnbarkeit  überzeugt  gewesen
zu  sein.  Dazu  kam,  daß  in  dem  letzten  Streite  mit  dem  Erzbischof
von  Köln  und  dem  Bischof  von  Halberstadt  sehr  wohl  er  selbst  als
der  Beleidigte  erscheinen  konnte,  denn  allerdings  war  er  der  angegriffene
  Theil.  Deshalb  erschien  es  ihm  als  das  Beste,  selbst  den  Kaiser
  zum  Schiedsrichter  aufzurufen  und  von  ihm  sein  Recht  gegen
die  Angriffe  der  beiden  mächtigen  Kirchenfürsten  zu  fordern.  Er
eilte  daher  dem  aus  Italien  heimkehrenden  Friedrich  entgegen:  zu
Ende  des  October  traf  er  ihn  in  Speier')  und  brachte  seine  Klage
vor.  Aber  gleichzeitig  wurden  gegen  ihn  selbst  immer  lauter  die
schwersten  Beschuldigungen  vorgebracht  und  so  kam  es,  daß  Friedrich
auf  seine  Beschwerden  jetzt  gar  nicht  einging,  sondern  ihn  zur  Erledigung
  dieser  Angelegenheit  auf  den  im  Januar  des  nächsten  Jahres
zu  Worms  zu  haltenden  Reichstag  vorlud.)

Dieser  Reichstag  versammelte  sich  denn  auch  Mitte  Januar
1179;  aber  Heinrich  der  Löwe  erschien  nicht.)  Da  er  nun  nicht  —
wie  es  seine  Absicht  gewesen  war  —  gegen  den  Erzbischof  von  Cöln
und  den  Bischof  von  Halberstadt  als  Kläger  auftreten  konnte,  so  erhoben
  sich  um  so  lauter  die  Anschuldigungen  der  Fürsten  gegen  ihn
selbst.  Der  Kaiser  schrieb  daher  für  das  Fest  Johannis  des  Täufers
  einen  neuen  Reichstag  nach  Magdeburg  aus)  und  lud  den
Herzog  dorthin  vor,  damit  er  sich  gegen  die  vorgebrachten  Anklagen
rechtfertige.  Als  aber  dann  in  den  Tagen  vom  24.  Juni  bis  zum
Anfang  des  Juli  die  Fürsten  sich  um  den  Kaiser  versammelt  hatten,
harrte  man  auch  diesmal  des  Herzogs  vergeblich:  er  erschien  weder
selbst,  noch  sandte  er  einen  Stellvertreter.  Als  so  die  Fürsten  sa-1)

  31.  actoher  1178.:  Fshmer  Reg.
n.  2611.  ol  d.  Lub.  II,  10:  Cirea
dies  1  reversus  est  —  de
Italin.  cui  oceurrit  dux  apud  Spiram
niensi  conquestus  est  in  pra#esentia
ipeins.

2)  i  bid.  Qucd  imporator  tune  quidem
  dissimulans  eis  curiam  indixit
apud  Wormatiam,  ducem  tamen  praeeipue

  ad  audientiam  illuc  eitavit,  responsurum
  querimoniis  principum.

3)  ibid.  Quod  intelligens  dux,  eo
venire  diesimulavit.

4)  Ann.  Magdeburg.  p.  194:
Imperator  curiam  habiturus  Magdeburch
  in  festo  Sancti  Jobannis  venit.
—  Ann.  Pega  v.  p.  262.  Bgl.  Bohmer,
  Reg.  u.  2615.