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314  3.  Buch.  2.  Kapitel.

Händen  seiner  Mutter  Mathilde.!)  Ebenso  war  es  ein  Verlust  für
den  Herzog,  daß  gerade  in  vieser  Zeit  der  Bischof  von  Ratzeburg,
Evermod,  starb.  Er  war  ein  treuer  Anhänger  der  herzoglichen  Partei
  gewesen.  Zwar  wurde  zu  seinem  Nachfolger  ein  dem  Herzoge
freundlich  gesinnter  Mann  gewählt,  Isfried,  bisher  Propst  in  Jerichow:
  aber  der  neue  Bischof  war  ein  schlichter,  einfacher  und  frommer
Mann,  den  weltlichen  Angelegenheiten  durchaus  fremd,  so  daß  eine  wirkliche
  Förderung  der  Sache  des  Herzogs  von  ihm  nicht  zu  hoffen  war.")

Eine  weit  größere  Gefahr  aber  drohte  dem  Herzoge  um
dieselbe  Zeit,  als  durch  den  Tod  Balduins  auch  der  erzbischöfliche
  Stuhl  von  Bremen  erledigt  wurde.  Ob  er  mit  einem  Freunde
oder  Feinde  besetzt  wurde,  davon  hing  für  den  Herzog  sehr  viel
ab:  es  ist  daher  erklärlich,  daß  er  sich  dieser  Sache  mit  ganz  besonderem
  Eifer  annahm  und  alles  in  Bewegung  setzte,  um  einen  ihm
günstig  gesinnten  Mann  mit  dem  Pallium  bekleidet  zu  sehen.  Man
erwählte  Berthold,  einen  klugen  und  gelehrten,  aber  streng  kirchlich
gesinnten  Mann.  Anfangs  schien  dessen  Person  dem  Herzoge  ganz
genchm  zu  sein;  aber  er  muß  sich  bald  von  der  ihm  wenig  günftigen
  Stimmung  des  neuen  Erzbischofs  überzeugt  haben,  denn  auf  jede
Art  suchte  er  seine  Weihe  zu  verhindern,  womöglich  die  Wahl  überhaupt
  rückgängig  zu  machen.  Eine  günstige  Handhabe  dazu  bot  ihm
der  Umstand,  daß  Berthold  zum  Erzbischof  gewählt  worden  war,
ohne  vorher  die  zu  diesem  Range  nöthigen  Weihen  empfangen  zu
haben.  Zwar  hatte  schon  Berthold  selbst  den  hierin  liegenden  Mangel
  seiner  Wahl  erkannt  und,  obgleich  auf  seine  Anfrage  in  Rom  die
Wahl  für  gültig  erklärt  worden  war,  sich  erst  zum  Subdiakon  weihen
  und  dann  noch  einmal  erwählen  lassen.  )  Um  vom  Papste
selbst  die  erzbischöfliche  Weihe  zu  empfangen,  begab  er  sich  zu  dem
im  März  1179  stattfindenden  lateranischen  Concil  nach  Rom.  Auch
fand  er  bei  Alexander  III.  die  günstigste  Aufnahme,  die  Erfüllung
seines  Wunsches  wurde  ihm  zugesichert,  und  schon  waren  Tag  und
Stunde  der  Weihe  festgesetzt.  Heinrich  der  Löwe,  dem  alles  daran
tuus  est.  —  —  —  Cui  successit  dominus

lefridus,  prius  duidem  prnepositus  in
Jerichowe,  vir  maguse  religionis.

comes,  vitricus  Adolll  comitis,  qui
adhuc  adolescens  erat.
1)  ibid.  Sed  mater  eins  Mechtildis,

  prudens  ot  religiose  femine,  soluta.
a  lege  mariti,  domum  illius  sapienter
disponchbat.

2)  Arnold.  Lub.  II,  11:  Tune
etiam  temporis  beatae  memoriae  Evermodus,
  episcopus  Receburgensis,  mor-3)

  Arnold.  Lub.  II,  8:  Et  quia
in  eo  infra  quatuor  secros  ordines
celebrata  est  eleotio,  visum  suit  ipsi
electo  minus  canonice  in  eo  faotum
fuisse.  —  —  Apostolicus  autem  —  —
eleotionem  ipsius  approbat.