Heinrich  d.  L.  im  Kampfe  mit  Ulrich  von  Halberstadt  u.  s.  w.  315

liegen  mußte,  dieselbe  zu  verhindern,  hatte  seinen  Kaplan,  den  Bremer
Scholasticus  Heinrich,  nach  Rom  entsandt;  derselbe  war  dem  Papste
persönlich  befreundet  und  ihm  gelang  es  auch,  denselben  so  umzustimmen,
  daß  er  noch  im  letzten  Augenblicke  seinen  Entschluß  änderte
und  dem  Berthold  nicht  nur  die  Weihe  verweigerte,  sondern  auch
seine  Wahl  für  ungesetzlich  und  daher  ungültig  erklärte.  Auch  das
wurde  dafür  als  Grund  angeführt,  daß  er  noch  vor  seiner  Weihe
aus  der  Hand  des  Kaisers  die  Regalien  empfangen  habe.)  So
hatte  Heinrich  der  Löwe  seinen  Zweck  doch  noch  erreicht:  denn  an
Bertholds  Stelle  wurde  nun  Siegfrid  von  Anhalt  gewählt,  der
Bruder  des  mit  dem  Herzoge  damals  noch  befreundeten  Grafen
Bernhard  von  Anhalt.  Daß  derselbe  zu  seiner  Partei  stehen  werde,
konnte  Heinrich  um  so  mehr  hoffen,  als  Siegfrids  Wahl  dem  Kaiser
nicht  genehm  war,  so  daß  er  ihre  Anerkennung  verweigerte.  Daher
finden  wir  den  Bremer  Erwählten  in  dieser  Zeit  auch  in  dem  engsten
  Verkehre  mit  dem  Erzbischof  von  Salzburg,  welcher  mit  Friedrich
  I.  noch  immer  in  heftigem  Streite  lag)  So  lange  sie  daher
beide  denselben  Feind  zu  bekämpfen  hatten,  waren  Heinrich  der  Löwe
und  Siegfried  ganz  natürlich  auf  einander  angewiesen:  später  aber,
als  der  Erzbischof  sich  mit  dem  Kaiser  ausgesöhnt  hatte,  während
der  Herzog  sich  ihm  immer  schroffer  gegenüberstellte,  änderte  sich  auch
dies  Verhältniß  völlig.

Inzwischen  ruhten  die  Waffen  in  Sachsen  keinen  Augenblick.
Von  der  wieder  aufgebauten  Festüng  Horneburg  aus  machten  die  Leute
des  Bischof  Ulrich  fortwährend  verwüstende  Einfälle  in  das  Land  des
Herzogs  und  thaten  ihm  durch  diesen  kleinen  Krieg  nicht  unbedeutenden
  Schaden.5)  Auch  die  übrigen  Fürsten,  namentlich  der  mächtige
  Philipp  von  Cöln,  rüsteten  sich  zu  neuen  Unternehmungen  gegen
den  Sachsenherzog.

1)  Arnold.  Lub.  II,  9:  Cumque
in  proximo  sabbato  promovendus  esset
in  sacerdotem  et  sequenti  dominica  in
episcopum,  (eria  sexta  ad  vesperam
venit  nuntius  ducis  Henriei,  Ilenrieus
  praepositus,  qui  erat  acerrimus
Perorator,  ct  quia  idem  notus  erat
summo  sacerdoti,  statim  intravit  ad
ipeum.  Mane  autem  facto  —  —  —
cubiculuris  papae:
„Veniant  Bremensee.“  Tenit  igitur
dominus  electus  cum  suis  et  dominus
apostolicus  —  —  dixzit  ad  eum:  Frater,
  quin  infra  sacros  ordines  ad  honorem

  pontillcatus  electus  es,  cassamus
  electionem  tunsm.  —  Ann.  Stadens.
  p.  348  und  349:  Practeren
electus  vester  ante  sneros  ordines  suscepit
  regalia  de  manu  imperatoris

21  Sudendorf,  Regis  trum.  n.
36  findet  sich  ein  Brief  Siegfrids  an
den  Erzbischof  von  Salzburg,  worin
er  ihm  meldet,  daß  er  ihn  besuchen
werde,  um  sie  d#  dann  zum  Empfange
der  Wäihe  nach  Rom  zu  begeb

c)Ann.  Palid.  p.  95:  —

de  rWmrms  ad  injuriam  ducis  predia
  et  incendia  exercent.

1179.