Heinrich  d.  L.  im  Kampfe  mit  Ulrich  von  Halberstadt  u.  s.  w.  319

Burg,  die  Stadt  gaben  sie  widerstandslos  preis.)  Es  war  an  ins.
einem  Sonntage,  die  Bürger  hatten  sich  zum  Theil  in  die  Kirchen
begeben.  Beim  Nahen  der  gefürchteten  Feinde  hatten  sie  vorsichtig
alle  Feuer  gelöscht,  um  die  Stadt  wenigstens  der  Verwüstung  durch
die  Flammen  zu  entreißen,  da  eine  Plünderung  kaum  vermeidlich
schien.  Auch  hatten  die  Sieger  selbst  nicht  die  Absicht,  zu  so  strengen
Maßregeln  zu  greifen.  Aber  ein  unglücklicher  Zufall  ließ  einen  der  2.S###
herzoglichen  Krieger,  welche  plündernd  die  Stadt  durchzogen,  in
einem  Hause  noch  Feuer  finden  und  aus  seinem  Uebermuthe  oder
seiner  Unvorsichtigkeit  entstand  für  die  Stadt  namenloses  Elend.
Erst  gerieth  das  eine  Haus  in  Brand,  aber  bald  standen  auch  die
benachbarten  in  Flammen,  und  da  das  Feuer  mit  rasender  Schnelligkeit
  um  sich  griff,  so  wogte  bald  die  ganze  Stadt  in  einem  großen
Feuermeer.  Selbst  die  Kirchen  wurden  ein  Raub  des  vernichtenden
Elements  und  fast  tausend  Menschen,  die  in  ihren  Hallen  Schutz
gesucht  hatten  gegen  die  Gluthen,  sollen  mit  ihnen  ihren  Untergang
gefunden  haben.  Auch  der  greise  Bischof  Ulrich,  welcher,  selbst  in
einer  so  verzweifelten  Lage  seiner  geistlichen  Pflichten  eingedenk,  bevor
  er  sich  selbst  rettete,  die  kostbaren  Reliquien  der  Vernichtung
entreißen  wollte,  war  schnell  rings  von  den  Gluthen  umringt,  sie
versperrten  ihm  jeden  Ausweg,  und  um  dem  Flammentode  zu  entgehen,
  mußte  er  sich  in  die  Hände  seinex  erbitterten  Gegner  liefern.
Er  und  mit  ihm  sein  Verwandter,  der  Decan  Romanus,  wurden
von  den  Siegern  als  Gefangene  mit  fortgeführt.  Es  war  der
23.  September,  an  dem  Heinrich  der  Löwe  eines  so  glänzenden
Sieges  theilhaftig  wurde,)  welcher  den  erbittertsten  und  eifrigsten

misit,  ut,  si  possent,  debitam  rependerent
  inimicis  suis  talionem.  —  Ann.
Stederburg.  p.  213:  Castrum  Horneburch
  a  militibus  dueis  viriliter  expognatüm
  capitur  et  destruitur.  stad  intrant  nulloquc  resistente  omnia

ub.  II,  14:  „eivi-  igne  concremant.  Monasterin  quatuor
  sancti  S.  Stephani,  sanctoe  Mastat.

  Capitur.“  Ann.  Stederburg.
p.  213.  An.  Pegav.  p.  262  „post  diem
sancti  Mauricif  dux  Heinricus  vel  ab

eo  immissi  cum  armata  manu  oalbertatem

  obtinuerunt  .  sika  illaesa,

qune  undique  clausa  et  munits  foerat.
—  Civitas  und  urbs  werden  offenbar
als  Stadt  und  Burg  entgegengesetzt:
ist  etwa  statt  urbe  arce  zu  lesen?

2)  Vgl.  die  mehr  oder  minder  aus;
führlichen  Berichte  in  Ann.  S.  Pet-Erphesfurd.
  p.  24.  Ann.  P#alie.
1179  p.  95:  Acta  sunt  heco  non.  Kal.
Octobr.  die  dominica,  hora  tertia.  —
Arnold.  Lub.  II,  14.  Ann.  Magdeb.
P.  194:  „in  Septombre  .  .  ..  Halborriae,

  sancti  Johannis  baptistae,  saneti
Pauli  cam  omnibus  aliis  cecleslis
ignis  corripnit.  Mille  et  amplius
homines  exusti  sunt,  tres  canonieci,
blures  bresbiteri  et  scolares  quamplurimi,
  qui  in  sacra  loca  consugerant,
quidam  fumo  suffocantur,  alii  sagittis
et  gladiis,  quidam  spoliati,  quidam
captivi  ducti  sunt.  Ipse  episcopus  cum
Praeposito  suo  Ruomaro  et  aliis  capellanis
  et  nonnullis  militibus  capitur,