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320  3.  Buch.  2.  Kapitel.

seiner  Gegner  in  seine  Hand  gab  und  ihm  dadurch  eine  nicht  unwesentliche
  Erleichterung  verschaffte.

Aber  so  groß  auch  die  Vortheile  waren,  die  Heinrich  der  Löwe
aus  diesem  glänzenden  Siege  zog,  so  schmerzte  ihn  doch  das  Schicksal
  der  blühenden  Stadt  mit  ihren  Kirchen  und  Klöstern,  von  der
nichts  übrig  war,  als  ein  rauchender  Trümmerhaufe,  und  nicht
ohne  Rührung  empfing  er  den  greisen  Bischof,  vor  dem  er  selbst
vor  nicht  allzu  langer  Zeit  demüthig  die  Knie  gebeugt  hatte,  jetzt  als
seinen  Gefangenen.  Wohl  mochte  sein  Anblick  in  dem  Herzoge  bange
Betrachtungen  anregen  über  die  Unbeständigkeit  der  menschlichen
Dinge,  welche  ja  auch  er  bald  in  ihrer  ganzen  vernichtenden  Schärfe
erfahren  sellte.  Er  empfing  daher  Ulrich,  als  er  zu  ihm  nach
Braunschweig  gebracht  wurde,  freundlich  und  mild,  und  auch  die
Herzogin  erwies  ihm  nicht  bloß  alle  gebührende  Ehrfurcht,  sondern
in  theilnehmender  weiblicher  Geschäftigkeit  sorgte  sie  auch  für  die
körperliche  Bequemlichkeit  des  greisen  Gefangenen,  indem  sie  ihm
Gewänder  und  andere  Bedürfnißgegenstände  schenkte.  Doch  konnte
sich  Heinrich  der  Löwe  natürlich  nicht  entschließen,  den  großen  Vortheil,
  den  er  durch  Ulrich's  Gefangennehmung  erlangt  hatte,  wieder
aus  der  Hand  zu  geben  und  beschloß  daher,  den  Bischof  in  seiner
Gefangenschaft  zu  behalten.  Er  schickte  ihn  nach  Artlenburg  in
milde  Haft;  ausdrücklich  befahl  er,  ihn  mit  aller  schuldigen  Rücksicht
zu  behandeln.  Des  Bischofs  Mitgefangenen  Romanus  befahl  er
zu  gleichem  Zwecke  nach  dem  festen  Segeberg  zu  bringen.)

Niemandem  mußte  die  Nachricht  von  der  Zerstörung  Halberstadts
  und  der  Gefangenschaft  Ulrichs  ungelegener  kommen,  als  dem
mit  ihm  zu  Schutz  und  Trutz  verbündeten  Erzbischof  von  Cöln.
Hatte  man  auf  dem  Reichstage  zu  Goslar  auch  wohl  noch  keinen

„Reichskrieg  gegen  den  Sachsenherzog  beschlossen,)  so  hatten  sich  doch

die  Fürsten,  welche  von  ihm  zunächst  bedroht  waren,  zu  einer  gemeinsamen
  Unternehmung  gegen  ihn  vereinigt.  Obenan  stand  wieder
  der  Exzbischof  Philipp  von  Cöln,  und  schon  war  derselbe  eifrig
mit  den  Vorbereitungen  zu  dem  Zuge  beschäftigt,  als  ihn  die  Kunde

deducitur.  Ann.  Stadens.  p.  318  (un-  die  tamen,  pPraccepit  tractari.  —  —

richtig  zum,  J.  1178);  Chron.  Mont.  Romanus  vero  —  —  in  castro  Sigeerenill'78.

  Chron.  Halberstad.  berg  in  custodia  tenebatur.
ed.  Schun  P.  61,  mit  einem  Klageliede  2)  Daß  dies  riliheten  sei,  melden
über  4%  ——hls  der  Stadt  Ann.  Pegav.  p.  262:  —  statimque
b.  II.  *  —  —  agb  omnibus  prinoipidus  expeditio  condomsinch

  eiscobum  llerteneburg  de-  tra  ducem  indicta  est.
duei  fecit  et  eum  honeste,  sub  Custo-