1170.

K.  Nov.

Dec.

322  3.  Buch.  2.  Kapitel.

Hihnen  zog  auch  Philipp  von  Haldensleben  ab.  So  blieb  denn  auch

dem  Erzbischof  Wichmann  von  Magdeburg  schließlich  nichts  übrig,
als  nach  mehrwöchentlicher  Belagerung  unverrichteter  Sache  den
Rückzug  anuzutreten.)

Heinrich  der  Löwe  hatte  alle  diese  verwüstenden  Züge  ruhig  geschehen
  lassen,  ihnen  wenigstens  keinen  ernstlichen  Widerstand  entgegengesetzt.
  Jetzt  aber  brach  er  aus  seinen  Burgen  hervor  und
unmittelbar  hinter  den  abziehenden  Feinden  drang  er,  Gleiches  mit
Gleichem  vergeltend,  in  ihre  Länder  ein.  Namentlich  hatte  das
Exrzbisthum  Magdeburg  seine  Rache  schwer  zu  empfinden;  sengend
und  brennend  durchzog  nun  er  dessen  Fluren.  Am  8.  November
verbrannte  er  Calbe.  Erst  als  er  bis  zur  Bode  vorgedrungen  war,
kehrte  er  um.)

Gegen  Ende  des  Jahres  1179,  welches  für  ihn  im  Ganzen
noch  ein  glückliches  gewesen  war,  kehrte  Heinrich  der  Löwe  nach
Braunschweig  zurück.  Doch  gönnte  er  sich  keine  Ruhe,  begann  vielmehr
  sogleich  zu  dem  weiteren  Kampfe  zu  rüsten.  Um  Weihnachten
hielt  er  einen  feierlichen  Tag  zu  Lüneburg,  wo  er  seine  Vassallen
und  Mannen  um  sich  versammelte.  Da  mochte  er  von  ihnen  das
erneute  Versprechen  der  Treue  für  den  bevorstehenden  Krieg  entgegennehmen,
  mit  ihnen  die  nöthigen  Vorbereitungen  zu  dem  nächsten
  Feldzuge  berathschlagen.  Aber  noch  eine  andere  Sache  erledigte
  er  hier,  die  seines  gefangenen  Gegners,  Ulrichs  von  Halberstadt.
Er  ließ  ihn  von  Artlenburg,  wo  er  bisher  in  leichter  Haft  gehalten
worden  war,  nach  Lüneburg  geleiten,  und  da  gelang  es  ihm,  von

dem  durch  das  Alter,  das  über  ihn  hereingebrochene  Unglück  und

die  Gefangenschaft  gebeugten  Greise  einen  sehr  günstigen  Vertrag
zu  erwirken.  Namentlich  verpflichtete  sich  Ulrich,  dem  Herzoge  alle
die  Lehen,  welche  er  ihm  früher  entzogen  hatte,  wieder  zurückzugeben.
  Darauf  hin  wurde  denn  nicht  Ulrich  allein,  sondern  auch  sein

1)  Chron.  Mont.  Ser.  Lhc.  Viribus
  suis  confsus  aliquid  dominationis

cordia  inter  eos  oriri  coepit.  Ann.
Palid.  p.  95:  Sed  die  sione  inter

in  hoc  negotio  prac  ceteris  prineipibus,
qui  simul  aderunt.  sibi  arrogabat
Ideo  orientales  principes,  Otto  videlicet

  Misnensis  marchio  et  fratres  eius,  «

fastum  eius  aegre  ferentes,  cum  suis
omnibus  recesserunt,  volentes  marime
discessionem  suam  insultum  ei  hostium
  provocare;  quod  tamen  non  evenit.
  Bgl.  Ann.  Pegav.  p.  263:
J  %%  quartam  ebdomadam  —  —  die-Principes

  orta,  ebeidione  soluta  inecte
discedunt.

2)  Ann.  Pegar.  p.  263:  1lis
abeuntibus  dux  coadunatis  armatis
omnis  circa  Bodam  fluvium  devastavit
igne  et  praeda  et  octavo  Idus  Novembrie
  Calvo  euriam  episcopi  et  omnia
destruxzit  et  igne  consumpsit  et  redlit.
Bgl.  Ann.  Magdeburg.  p.  194.
Chron.  Mont.  Sereni.  ua.  1179:  H.