Heinrich  d.  L.  im  Kampfe  mit  Ulrich  von  Halberstadt  u.  s.  w.  323

Decan  Romanus  und  alle,  die  mit  ihm  gefangen  waren,  in  Freiheit
gesetzt.)  Freilich  wurde  dieser  für  Heinrich  so  überaus  günstige
Vertrag  bald  darauf  sowohl  vom  Kaiser  wie  vom  Papste  für  ungültig
  erklärt,  da  er  durch  Gewaltmaßregeln  erpreßt  sei.“)

Aber  schon  wenige  Tage,  nachdem  Heinrich  der  Löwe  zu  Lüneburg
  von  seinem  alten  Feinde  einen  so  günstigen  Frieden  erlangt
hatte,  wurden  an  einer  anderen  Stelle  tiefgreifende,  sein  Schicksal
entscheidvende  Beschlüsse  gegen  ihn  gefaßt.  Der  Kaiser  hatte  das
Weihnachtsfest  zu  Ulm  begangen,  Mitte  Januar  begab  er  sich  von
da  nach  Würzburg,)  wohin  ein  neuer  Reichstag  gegen  den  Sachsenherzog
  ausgeschrieben  war.  Zahlreich  versammelten  sich  die  Fürsten,
namentlich  von  den  Gegnern  Heinrich's  blieb  kaum  einer  aus.  Bloß
er  selbst  erschien  auch  diesmal  nicht.  Nun  mußte  die  Gerechtigkeit
ihren  Lauf  nehmen.  Die  Fürsten  fällten  ihr  Urtheil:  Herzog  Heinrich
  habe  sich  in  der  unverhohlensten  Weise  als  einen  Feind  des
römischen  Reiches  gezeigt,  indem  er  die  Vorladungen  der  kaiserlichen
Majestät  schnöde  misachtet,  Kirchen  und  Geistliche  verfolgt  und  geplündert
  habe;  all  sein  Besitzthum,  Lehen  sowohl  wie  Eigen,  wurde
ihm  abgesprochen  und  er  in  des  Reiches  Acht  erklärt.)  Wohl  scheinen
  sich  auch  hier  noch  Stimmen  zu  seinen  Gunsten  erhoben  zu
haben,  namentlich  der  vom  Herzoge  gegen  die  Rechtsgültigkeit  der
früheren  Reichstage  gemachte  Einwand,  daß  er  aus  Schwaben  gebürtig
  sei,  daher  auch  nur  in  Schwaben  gerichtet  werden  könne,  von

dux  Calve  et  inde  provineiam  totam
usque  Vrose  incendio  vastarit.

1)  Ann.  Pegav.  p.  263:  Uodalrieus
  Halb.  episcopus  a  captivitate  in
civitatem  suum  remittitur  et  omnes
oum  eo  capti  relazantur.  Conditio
vel  compositio,  quam  in  captivitate

cum  duce  feeit,  a  domno  Dapa  et  ab

imperatore  cassatur.  Arno

II,  15:  Post  haec  in  nativilate  domini
egit  diem  solennem  in  I,  uneburg  et
vocans  dominum  episcopum  statuit
eum  eo  conditiones  pacis.  Et  relaxzata
captivitate,  eum  honore  eum  ad  sue
remisit.  —  Chr.  Mont.  Ser.  a.  1180;
U.  Ulbst.  episcopus  a  duce  II.  captivatus,
  multis  pro  absolutione  sun  et
suorum  fbedis  conchssis  et  iuramento
firmmtis  dimissus  —  est.

2)  Ann.  Pegar.  1.  c.  Conditio
ve.  compositio,  quam  in  captivitate
eum  duce  feeit,  a  domno  papa  et  ab
imperatore  cussatur.

3)  Ann.  Pegav.

4)  Arnold.  Lub.  in  Bgl.  a
S.  Petri  Erphesf.  a.  1#  (p.
HH.  evidentibus  indieiis  Romani  agnitus
  hostis  imperii,  praesentiam  suam
st'  maiestati  iam  diu  animose

rahens  velut  improbus  multarum
invasor  ccclesjarum  et  violentus  ubidue
  risti  *  oppressor.
Als  Gründe  der  A
kannte  Urk.  über  8—  bes  eihung  Westnel
  ens  an  den  v.  Cöln  Mon

II,  p.  163  nolgernde  an:  Fidclium
*m  universilas,  qualiter  Heinricus
eo,  quod  eeclesiarum  Dei-  et
nobilium  imperii  libertatem,  possessiones
  eorum  occupando  et  iura  ipsorum
  imminuendo  graviter  oPpresserit,
ex  instanti  principum  querimonia  ot
nobilium  plurimorum,  quia  eitatione
vocatus  maiestati  nostrac  Pracsontare
contempserit  et  pro  hac  contumacia  proscriptionis
  nostrae  inciderit  sententiam.
21“

1180.
15.  Jan.

iebt  die  be-