Der  Entscheidungskampf  mit  dem  Kaiser.  331

der  Reichsacht  gegen  den  Herzog  geltend  zu  machen.  Dies  geschah
denn  auch  auf  dem  am  24.  Juni  zu  Regensburg  gehaltenen  Reichstage.
  Wie  frũher  zu  Gelnhausen  Sachsens,  so  wurde  Heinrich  der
Löwe  hier  Baierns  noch  einmal  ausdrücklich  entsetzt  und  an  seiner
Stelle  der  Graf  Otto  von  Wittelsbach  zum  Herzoge  erhoben.")  Aber
auch  hier  nahm  der  Kaiser  manches  von  dem  ursprünglichen  Bestande
  des  Herzogthums  hinweg,  um  mit  seiner  Größe  auch  seine
Kraft  und  Gefährlichkeit  zu  beseitigen.  Dann  begab  er  sich  nach
Sachsen,  um  mit  den  Fürsten  vereint  den  Kampf  gegen  Heinrich  zu
beginnen.  Zugleich  wurden  verschiedene  von  Heinrich  eigenmächtig
und  zum  Schaden  anderer  getroffene  Maßregeln  rückgängig  gemacht.
So  gab  Friedrich  dem  Bischof  von  Freising  jetzt  das  ihm  früher
von  Heinrich  genommene  Vehringen  nebst  dem  von  dort  —  wenigstens
  mit  seiner  nachträglichen  Zustimmung  —  nach  München  verlegten
  Marktrechte  wiever  zurück)

Um  diese  Zeit  (30.  Juli  1180)  starb  auch  des  Herzogs  alter,
erbitterter,  zuletzt  gegen  ihn  so  unglücklicher  Feind,  der  Bischof  Ulrich
  von  Halberstadt.  An  seine  Stelle  trat  eine  jüngere  Kraft,  der
Bischof  Dietrich,  welcher  sich  sofort  entschieden  den  Feinden  Heinrichs
  des  Löwen  anschloß.)

Unmittelbar  danach  aber  kam  dem  Herzoge  von  einer  anderen
Seite  her  die  höchst  erfreuliche  Nachricht  von  einem  neuen  glänzenden
  Siege  seiner  Waffen.  Der  Schauplatz  desselben  war  Westfalen
gewesen.  Dort  nämlich  hatten  sich  viele  mit  Heinrich  unzufriedene
Vassallen  ihrem  neuen  Herzoge,  dem  Erzbischof  von  Cöln,  auf  das
Bereitwilligste  angeschlossen.  Die  Grafen  Simon  von  Teklenburg,
Hermann  von  Ravensberg  und  Bernhard  von  Schwalenberg  hatten
sogar  in  Verbindung  mit  mehreren  anderen  die  Waffen  ergriffen
und  bedrängten  die  ihrem  alten  Herzoge  treu  bleibenden.  Diese  gefährliche
  Bewegung  niederzuschlagen  hatte  Heinrich  der  Lswe  die
Grafen  Adolf  von  Schauenburg,  Bernhard  von  Ratzeburg,  Bernhard
  von  Wölpe,  Guncelin  von  Schwerin,  Ludolf  und  Wilbrand
von  Halremund,  seine  mächtigsten  Vassallen,  mit  einem  starken  Heere
nach  Westfalen  gesandt.  Schon  belagerten  die  Aufrührer  das  feste
Osnabrück.  Bei  Halrefeld  kam  cs  am  1.  August  1180  zu  einer
Schlacht,  welche  mit  einem  glänzenden  Siege  der  Herzoglichen  en-1)

  Bgl.  Ann.  Pega  v.  1.  o.  Sta-  2)  Vgl.  Böhmer,  Reg.  2626.
dens.  p.  349.  Ann.  Colon,  marx.  3)  Chron.  Holberstad.  ed.  Schatz
p.  790.  p.  61.  Arnold.  Lub.  II,  15.

1180.
24.  Jun.

0.  Juli.

1.  Aug.