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15.  Aug.

332  3.  Buch.  3.  Kapitel.

dete.  Die  Gegner  wurden  gänzlich  auseinander  gesprengt,  viele
ihrer  Führer  gefangen.  Mit  reicher  Beute  und  einer  großen  Zahl
vornehmer  Gefangener  kehrten  die  Sachsen  zu  ihrem  Herzoge
zurück.)

Inzwischen  aber  hatte  sich  der  Kaiser  mit  den  Fürsten  vereinigt
und  trat  nun  am  Tage  S.  Jacobi  (25.  Juli)  den  Zug  nach  Sachsen
  an.  Nachdem  er  das  feste  Lichtenberg  nach  einer  Belagerung
von  wenig  Tagen  eingenommen  hatte,)  hielt  er  am  15.  August  in
der  Reichspfalz  Werla  einen  Tag:  er  ermahnte  sämmtliche  Anhänger
des  aufrührerischen  Herzogs,  denselben  zu  verlassen,  und  setzte  ihnen
dazu  eine  dreifache  Frist,  die  erste  bis  zum  8.,  die  zweite  bis  zum
29.  September,  die  letzte  bis  zum  11.  November.))  Diese  Aufforderung
  zum  Abfall  fand  nur  allzuviel  Bereitwilligkeit.  Uneingedenk
der  zahlreichen  Wohlthaten,  die  sie  zum  Theil  schon  von  seinem
Vater,  meist  aber  vom  Herzoge  selbst  empfangen  hatten,  ließen  ihn
jetzt  seine  Vassallen  im  Augenblicke  der  Gefahr  allein  und  suchten
sich  durch  den  Uebertritt  zu  seinen  Gegnern  Lob  und  Gewinn  zu
erwerben.“)

Unter  diesen  Treulosen  aber  befand  sich  einer,  dessen  Abfall
Heinrich  den  Löwen  besonders  schmerzen  und  erbittern  mußte,  weil
gerade  sein  Haus  dem  Welfenhause  lange  Jahre  hindurch  auf  das
Engste  und  bisher  in  unwandelbarer  Treue  verbunden  gewesen  war
—  der  junge  Graf  Adolf  von  Schauenburg.  Freilich  aber  konnte
sich  der  Herzog  auch  nicht  verhehlen,  daß  er  die  Schuld  daran  zum
großen  Theile  selbst  trug.  Durch  seine  herrschsüchtigen  Ansprüche  und
seine  Gewaltthätigkeit  hatte  er  ihn  selbst  dazu  getrieben.  Der  junge
Graf  Adolf  hatte  nämlich  an  dem  glänzenden  Siege  bei  Halrefeld
den  wesentlichsten  Antheil  und  sich  daher  auch  eine  sehr  reiche  Beute
errungen:  außer  vielen  reichen  Waffen  und  Pferden  waren  auch
siebzig  edle  Gefangene  in  seine  Gewalt  gekommen.  Als  er  nun  mit
seinen  Genossen  r-  verlangte  der  Herzog,  nicht  zufrieden

1)  Arnold.  Lub.  II,

2)  Eanu.Z  imlr  P.  n1  .  ni  .
Lub.  II,

3)  r  .  dbegar.  I.  c.  In  assumptione
  nsanctac  Mariac  in
curia  apud  Werle  habita  omnibus
fautoribus  ducis  termini,  ut  ab  eo  reeibiscant,

  Prneflguntur  ex  sententia
principum,  eeilicet  natale  sanctae
arige,  —  —  (ete.),  sed  niei  ad  gratiam

  imperatoris  interim  redissent,

ipsi  et  flii  corum  iure  hereditario  abiudicarentur.


4)  Arnold.  Lub.  II,  17:  Multi
enim  ministerialium  dueie,  qui  ab  incunabulis
  ab  co  educati  fueraut  et
quorum  atres  sine  omni  contradictione
  ipst  serrierant,  ut  Henricus  de
Withe,  Lupoldus  de  Hertesburg,  Ludolfus
  de  Peina  et  blures  alii  recesserunt
  ab  oo  et  ad  imperium  se  transtulerunt.
