Der  Entscheidungskampf  mit  dem  Kaiser.  333

mit  dem  großen  Dienste,  den  sie  ihm  geleistet,  auch  die  Auslieferung
der  Beute,  namentlich  jener  Gefangenen.  Viele  leisteten  stillschweigend
  Folge;  Graf  Abolf  aber  und  einige  andere  widersetzten  sich
einem  so  ungerechten  Verlangen.  Er  stellte  dem  Herzoge  vor,  daß
sie  von  ihm  nicht  nur  keinen  Lohn  für  ihre  Dienste  empfingen,  sondern
  daß  er  ihnen  nun  auch  das  einzige  Mittel,  zu  ihrem  Schaden
zu  kommen,  entziehen  wolle;  in  seinem  Dienste  hätte  er  nicht  bloß
Leute  und  Waffen,  sondern  auch  fast  alle  seine  Pferde  verloren  und
er  brauchte  das  von  den  vielen  edlen  Gefangenen  für  ihre  Freiheit
zu  hoffende  Lösegeld,  um  sich  zu  neuen  Unternehmungen  in  den
Stand  zu  setzen:  er  erklärte  daher  entschieden,  die  Gefangenen  nicht
herausgeben  zu  wollen.  Dieser  energische  Widerspruch  reizte  Heinrich
  den  Löwen,  doch  ließ  er  die  Sache  einstweilen  auf  sich  beruhen.
Als  aber  einige  Tage  darauf  Graf  Adolf  abermals  vor  ihm  erschien,
um  sich  zu  beurlauben,  kam  die  Sache  von  Neuem  und  in  der  heftigsten
  Weise  zur  Sprache.  Guncelin  von  Schwerin  fiel  in  des
Herzogs  Gegenwart  mit  Schmähungen  über  Adolf  her:  aus  seiner
Weigerung,  die  Gefangenen  herauszugeben,  ginge  ja  klar  hervor,
daß  er  auf  Abfall  und  Verrath  sänne.  Graf  Avolf  antwortete  mit
Ruhe  und  Würde;  auch  ging  der  Herzog  auf  die  ihm  von  Guncelin
gemachten  Vorwürfe  nicht  näher  ein,  tadelte  ihn  aber  wegen  seiner
trotzigen  Weigerung  in  der  schärfsten  Weise.  Tief  gekränkt  verließ
Avolf  den  Herzog,  welcher  ihm  die  Aufopferung  seines  Vaters,  der
im  Kampfe  für  ihn  gefallen  war,  und  seine  eigenen  treuen  Dienste
mit  so  herbem  Undanke  lohnte.  Er  beschloß,  sich  von  einer  Sache
zu  trennen,  aus  deren  Verfechtung  er  nur  Nachtheil,  nie  Gewinn
haben  konnte:  direkt  vom  Herzoge  begab  er  sich  in  das  Lager  des
Kaisers,  welcher  bereits  bis  Halberstadt  vorgedrungen  war.)
Friedrich,  dessen  Zug  sich  keine  ernstlichen  Hindernisse  entgegenstellten,
  begab  sich  weiter  nach  Goslar,  das  Heinrich  der  Löwe  im
Anfange  des  Jahres  vergeblich  berannt  hatte.  Dort  weilte  er  die
erste  Hälfte  des  September,  beschäftigt  mit  dem  Aufbau  und  der
Befestigung  der  Harzburg  und  der  benachbarten  Veste  Bischofsheim.)
Weiter  aber  that  er  nichts  und  zu  irgend  welchen  kriegerischen  Unternehmungen
  kam  es  nicht.  Bielmehr  beschränkte  sich  Friedrich
1)  Zeführlich  berichtet  iben  ergang  Niederrh.  U.  B.  I,  350.  Loe  2627
dieses  Streites  A  hat  unrichtig  den  18.  Juli.
Schon  am  18.  **  ic  in  .*s  284  nn  Palid.  p.  95.  Pogar.

Zeuge  in  einer  Urk.  Friedrichs  in  terri.  p.  26
torio  Halberstadensi  bei  Lacomblet

I180.

I  Aug.