334  3.  Buch.  3.  Kapitel.

10.  darauf,  das  Land  gegen  neue  Einfälle  des  Welfen  zu  sichern  und
schon  nach  zwei  Monaten  umzukehren.  Auf  dem  Rückwege  belehnte
10.  Sep.  er  am  10.  September  Otto  von  Wittelsbach  feierlich  zu  Altenburg
mit  dem  Herzogthume  Baiern.)  Die  Frist  aber,  welche  der  Kaiser
den  Vassallen  des  Herzogs  gesetzt  hatte,  wurde  von  diesen  nur  allzu
gewissenhaft  eingehalten,  und  ohne  irgend  welche  Gewaltmaßregeln
öffneten  sie  ihm  ihre  festen  Plätze:  so  wurden  eine  Menge  für
Heinrich  sehr  wichtiger  Burgen,  Heimburg,  Lauenburg,  Regenstein
und  mehrere  andere  dem  Kaiser  ohne  Schwertstreich  übergeben.)
Heinrich  der  Löwe  war  inzwischen  damit  beschäftigt,  den  Grafen
  Adolf  von  Schauenburg  für  seinen  Uebertritt  zum  Kaiser  zu  bestrafen
  und  zwar  um  so  strenger,  als  er  dadurch  die  übeln  Folgen
eines  solchen  Beispiels  zu  hindern  hoffte.  Sofort  hatte  er  mit
Heeresmacht  die  Grafschaft  angegriffen,  das  feste  Plön  eingenommen
und,  nachdem  er  des  Grafen  Leute  daraus  verjagt,  dem  Oberboden
der  Holsteiner,  Marcrad,  zur  Vertheidigung  übergeben.  Bloß  das
feste  Segeberg  leistete  den  hartnäckigsten  Widerstand,  und  da  Heinrichs
  Gegenwart  anderswo  nöthig  war,  so  übergab  er  das  langwierige
  Geschäft  einer  geregelten  Belagerung  dem  Grafen  Bernhard
von  Ratzeburg.  Aber  auch  dieser  kam  in  den  Besitz  der  Stadt  nicht
durch  die  Gewalt  der  Waffen,  sondern  dadurch,  daß  die  Besatzung
anfing  Mangel  zu  leiden,  namentlich  den  Qualen  des  Durstes  nicht
mehr  widerstehen  konnte:  und  auch  jetzt  noch  mußte  Graf  Bernhard
den  muthigen  Vertheidigern,  an  deren  Spitze  Mathilde,  des  Grafen
Adolf  Mutter,  selbst  gestanden  hatte,  freien  Abzug  gewähren.)  Die
muthige  Gräfin  begab  sich  nach  der  Stammburg  ihres  Geschlechtes,
Schauenburg,  während  Graf  Adolf  selbst,  Gleiches  mit  Gleichem
vergeltend,  des  Herzogs  Getreue  befehdete  und  einzelne  ihrer  Burgen
  brach:  so  zerstörte  er  des  Grafen  Conrad  von  Rothe  Burg
Hohenrode  an  der  Weser.)
Die  Strenge,  mit  welcher  Heinrich  der  Löwe  den  Grafen  Avolf
für  seinen  Abfall  bestrafte,  schreckte  wohl  seine  übrigen  Vassallen;

nn.  Pegav.  p.  263.  dolo  cam  obtinuit,  ot  quibus  pacem

1)  A
Ratispon.  bei  Böhmer,  Fontes  in  ud

an  Ann.  r-*s-  P.  264.  Ar-Lub.

  II,

34  Arnold.  II,  16  berichtet
ausführlicher.  Ann.  Pegar.  p.  265:
Item  dux  congregato  exereitu  obsedit
Sigeberg,  urbem  Adolf  comitis;  et
cum  nil  proffccret,  pace  fulsa  pollicita

iurari  fecerat,  cos  Captivos  detinuit-Bgl.

  Cohn,  „Ueb.  zwei  Ereignisse“,
343

3.  c.  p.

4)  Arnold.  Lub.  I.  e.  Porro
comes  Adollus  cum  sois  amicis  et
oognatis  castrum  Honroth  destruxit,
duod  e  regione  castri  sui  ultra  Wiseram
  Conradus  de  Rothe  naedifleaverat.