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ras  Geleite  aus  der  Burg.  Dies  aber  wurde  für  venselben  die

Veranlassung  zu  einem  neuen  empfindlichen  Verluste,  der  um  so

empfindlicher  war,  als  er  ganz  unerwartet  kam.  In  Ratzeburg  befanden
  sich  noch  viele  Krieger  und  Anhänger  des  von  Heinrich  auf
einen  bloßen  Verdacht  hin  so  gewaltsam  behandelten  Grafen  Bernhard.
  Als  diese  fast  die  ganze  Besatzung  sich  mit  dem  Herzoge  entfernen-
  und  die  Stadt  bis  auf  wenige  Wachen  jedes  Schutzes  beraubt
  sahen,  benutzten  sie  rasch  entschlossen  die  günstige  Gelegenheit,
die  Mishandlung  ihres  Herrn  zu  rächen,  schlossen  die  Thore  hinter
den  Herzoglichen  und  befanden  sich  so  nach  Ueberwältigung  der
wenigen  zurückgebliebenen  im  Besitze  des  wichtigen  Platzes.  Als
Heinrich  diesen  so  ganz  unerwarteten  Verlust  erkannte,  gerieth  er
außer  sich.  Sofort  sandte  er  nach  den  benachbarten  Burgen  Segeberg
  und  Plön,  um  die  Holstenfürsten  Marcrad  und  Lupold  mit
Heeresmacht  herbeizurufen:  sie  sollten  alles  aufbieten,  um  sich  so“
bald  wie  möglich  der  so  unerwarteter  Weise  verlorenen  Festung
wieder  zu  bemächtigen.  Aber  noch  bevor  dieser  Versuch  gemacht
werden  konnte,  kam  die  Nachricht  von  dem  Herannahen  des  Kaisers
und  nöthigte  Heinrich,  wenn  auch  tief  grollend,  die  feste  Stadt  in

den  Händen  der  Leute  seines  treulosen  Vassallen  zu  lassen.  Immer

mehr  vereinsamt  und  verlassen  zog  er  sich  nach  Artlenburg  zurück.)


Nicht  fern  von  Halberstadt,  bei  der  in  den  Kämpfen  Heinrichs
mit  Bischof  Ulrich  so  wichtigen  Burg  Horneburg  an  der  Ilse,  hatten
sich  im  Juni  die  Fürsten  mit  ihren  Heerschaaren  um  den  Kaiser
versammelt,  um  mit  ihm  den  Vernichtungszug  gegen  den  geächteten
Sachsenherzog  anzutreten.))  Da  er  aber  nirgends  ernstlichen  Widerstand
  fand,  drang  der  Kaiser  rasch  bis  tief  nach  Sachsen  hinein
vor:  bereits  Mitte  Juli  stand  er  vor  Braunschweig,  der  Hauptstadt
des  Herzogs.  Da  diese  aber  auf  das  Beste  befestigt  war  und  sich
in  der  Hut  einer  starken  und  muthvollen  Besatzung  befand,  so
konnte  der  Kaiser  voraussehen,  daß  ihn  eine  Belagerung  derselben
viel  Zeit  und  Anstrengung  kosten  würde:  er  beschloß  daher,  den
Feind  für's  Erste  im  Besitz  derselben  zu  lassen.  Um  sich  aber  nicht
der  Gefahr  auszusetzen,  bei  weiterem  Vordringen  im  Rücken  ange-1)

  ibid.:  —  Interes  venit,  qui  nit  Ertheneburg.
diceret,  iam  approhinquaro  Caesarem,  2)  Ann.  Pega  v.  p.  265:  Princiet
  sie  imperfecto  negotio  abiit,  ama-  pes  imperatorem  iuxta  Horneburg
rus  in  indignatione  animi  sui,  et  ve-  praestolantur.