Der  Entscheidungskampf  mit  dem  Kaiser.  339

griffen  zu  werden,  ließ  Friedrich  den  Erzbischof  Philipp  von  Cöln  11.
und  andere  Fürsten  mit  einer  starken  Heeresabtheilung  nicht  weit
von  Braunschweig,  bei  Leiferde  bet  Wolfenbüttel  zurück,  um  die
Stadt  zu  beobachten  und  in  Schach  zu  halten.  Die  geistlichen
Herren,  welche  mit  Philipp  von  Cöln  zurückblieben,  die  Bischsfe
von  Trier,  Münster,  Paderborn,  Hildesheim,  Minden  und  Osnabrück
  ließen  ihre  Schaaren  das  Land  wild  pkündern  und  verwüsten:
weder  der  Landmann  noch  die  Geistlichkeit  wurde  geschont,  Nahrungsmittel
  sowohl  wie  Kostbarkeiten  als  gute  Beute  betrachtet,  ja
selbst  die  Nonnen  retteten  sich  nur  mit  genauer  Noth  vor  der  Rohheit
  der  Krieger.  Besonders  der  Cölner  Erzbischof  ließ  seinem
Hasse  gegen  Heinrich  den  Löwen  freien  Lauf.)  Ein  ähnliches  Observationscorps
  hatte  der  Kaiser  unter  Führung  Bernhards,  des
neuen  Herzogs  von  Sachsen,  und  des  Markgrafen  Otto  von  Brandenburg
  bei  Mneburg  zurückgelassen,  um  diese  dem  Welfen  in  unerschütterlicher
  Treue  anhangende  und  namentlich  das  benachbarte
Bardewiek  anfeindende  Stadt  zu  bändigen.“)  Während  er  sich  auf
diese  Weise  den  Rücken  deckte  und  Dietrich,  der  Erwählte  von  Halberstadt,
  das  feste  Blankenburg  belagerte"),  drang  Friedrich  I.  selbst
weiter  in  das  Land  seines  Gegners  vor,  mit  ihm  der  Erzbischof
Wichmann  von  Magdeburg,  der  Bischof  von  Bamberg,  die  kriegerischen
  Aebte  von  Corvey  und  Hersfeld,  der  Markgraf  Otto  von
Meißen  und  viele  andere;  sein  Heer  bestand  vorzüglich  aus  Baiern
und  Schwaben.)  Sie  kamen  nach  Ratzeburg  gerade  zur  rechten
„Zeit,  um  den  Herzog  an  Gewaltmaßregeln  gegen  die  so  unerwarteter
  Weise  verlorene  Stadt  zu  hindern.  Heinrich  zog  sich  nach  Artlenburg
  zurück,  aber  in  raschen  Märschen  folgte  ihm  der  Kaiser.
Von  aller  Hülfe  entblößt,  außer  Stande,  den  Kaiser  in  seinem  Vordringen
  aufzuhalten,  blieb  Heinrich  dem  Löwen  endlich  nichts  übrig,
als  Artlenburg  den  Flammen  preiszugeben.  Einsam  und  verlassen
flüchtete  der  einst  allmächtige  Herzog  jetzt  bei  Nacht  und  Nebel  in
einem  Nachen  über  die  Elbe  nach  Stade.)

ua  Eine  sehr  anschauliche,  wenn
Übertriebene  Schilderung  der  daigen
  doh  *  die  Ann.  Stederburg.
  p.  (.  Ann.  Pegav.
  p.  26  r#e.  p.  96.  Arnold.
Lub.  II,
2)  B.#n  Lab.  II,  20:  Bernhardum
  vero  ducem  et  #atrem  eius,
Othonem,  maregravium  de  Brandonburg,

  cum  aliis  prinoipibus  orientalibus
  propter  Luneburgenses  deposvit
Bardewich.

3)  Ann.  Palid.  p.  96.  Pegav.

P.  265.

4)  Arnold.  Lub.  L  o.:  cum..
multo  robore  militum  Suevorum  et
Bavaronm.

5)  Arnold.  Lub.  II,  20:  „Bt
22°